Gottes Licht bricht durch

Unmöglichkeiten? Dürfen wir gegen Gottes Möglichkeiten tauschen, so wie es die 1200 Teilnehmer der Gebetsnacht an Karfreitag gemacht haben. Lies hier, was sonst noch los war in dieser besonderen Nacht.

Wäre Jesus nicht ans Kreuz gegangen und wäre er nicht auferstanden – dann wäre die Gebetsnacht 2018 bloß eine historische Veranstaltung gewesen. Sie hätte keine Bedeutung für uns, erinnerte uns Daniel Müller in seiner Predigt an diesem besonderen Tag, an dem wir unsere Gebetsnacht feierten: Karfreitag. Der Tag, an dem die entscheidende Wende für die Menschheit ihren Lauf nahm. Weil Jesus aber ans Kreuz gegangen und schließlich auferstanden ist, beten wir nicht zu einer historischen Figur, sondern zu dem, der uns rettet und der das Licht der Welt ist.
So stand das Thema „Gottes Licht bricht durch“ über den Predigten und Gebetszeiten an diesem 30. März.

Segen über Livestream

Die Gebetsnacht war wieder bestmöglich vorbereitet worden, um all den Besuchern zu dienen, die in die Christus-Kathedrale kommen würden. Fast 150 ehrenamtliche Helfer waren für diese Nacht im Einsatz, um ein Segen zu sein. Um 18 Uhr traf sich das erste Team, um im Gebet vor Gott zu treten. Mit dienendem Herzen gingen die Mitarbeiter durch die Reihen und segneten jeden einzelnen Platz, auf dem später Besucher sitzen würden. Auch das Lobpreisteam und die Techniker trafen die letzten Vorkehrungen für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Schon vor Beginn waren auf Facebook zahlreiche Kommentare zur Gebetsnacht zu lesen und es war eine große Erwartungshaltung zu spüren, mit der die Menschen zu Hause am Bildschirmen die Nacht miterleben würden – welch ein Segen die heutige Technik doch sein kann! Sogar aus entfernt gelegenen Ländern wie Finnland oder Brasilien wurde die Gebetsnacht via Livestream verfolgt.

Über 1200 Besucher

Um 20 Uhr öffneten sich die Türen der Kathedrale und die Besucher strömten herein. Viele hatten sich nicht gescheut, Hunderte Kilometer zu fahren – oder auch in ihren kleinen Autos zu übernachten. Als die Besucher Platz nahmen, sahen sie auf der Bühne in großen Buchstaben das Wort „UNMÖGLICH“. Was hatte Gott vor? Wie würde er heute handeln? Über 1.200 Menschen begannen im Lobpreis, Gott zu ehren und ihn anzubeten. Doch jeder und jede von uns trägt auch Lasten und Probleme mit sich herum. Sie schreien förmlich nach Gottes Eingreifen. Und Gott möchte unsere Dunkelheit durchbrechen und in unserem Leben Veränderungen möglich machen. Die Lösungen, die wir alle in irgendeinem Bereich brauchen, hat Jesus am Kreuz ermöglicht.
Am Anfang des Jahres haben wir einen Jahresvers für das Missionswerk gezogen. Der Zuspruch von Jesus aus Lukas 18 soll uns in diesem Jahr begleiten: „Was bei den Menschen unmöglich ist, ist bei Gott möglich“ (Lukas 18,27). Daniel und Isolde Müller waren sicher: Diese Zusage gilt nicht nur für das Missionswerk, sondern für jeden Menschen, der sie in Anspruch nimmt! Die menschliche „Unmöglichkeit“, die wir tagtäglich in uns tragen, wurde durch das, was Jesus am Kreuz für uns tat, in Gottes Hände gelegt. Bei ihm sind alle Dinge möglich.

Freiheit tief erlebt

Anna-Lena Storz vom Team der Jugend The Pioneers berichtete auf sehr eindrückliche Art und Weise, wie viele Menschen in ihrer eigenen Dunkelheit umherirren und auf der Suche nach Lösungen sind. Doch gerade in dieser Einsamkeit, in der sich so viele Menschen befinden, macht sich eine Wärme breit, die einen förmlich anzieht. Diese Wärme vermittelt uns neue Hoffnung, sie zeigt uns unsere Identität als Kind Gottes und befreit von Angst. Weil Gottes Licht in unserem Leben die Dunkelheit durchbrechen will, lohnt es sich, uns ganz auf Gott auszurichten, ermutigte uns Anna-Lena. Viele Gedanken hatte sie schon vor zwei Jahren verfasst, als diese Gebetsnacht und ihr Leitthema noch gar nicht in Planung waren – und sie passten erstaunlich perfekt.
Daniel Müller lud ein, in einer Proklamation alle negativen Worte, die irgendwann über uns ausgesprochen worden waren, zu entmachten. Die Freiheit, nach der sich etliche Besucher während dieser Proklamationen sehnten und die sie tief für sich erlebten, war mit Händen zu greifen. Was bei Menschen unmöglich ist, ist bei Gott wirklich möglich.

Gott heilt vielfältig

Viele Besucher erzählten von ihren Gotteserfahrungen. Es war eine große Sehnsucht nach Gottes Möglichkeiten und Gottes Kraft im eigenen Leben zu spüren. Andere wurden durch die Berichte ermutigt. Und Isolde Müller betonte, wie wichtig es ist, Gottes Eingreifen weiterzutragen, denn die meisten bleiben auf halbem Weg stehen. „Egal, wie lange es dauert, wir dürfen nicht aufgeben“, ermutigte sie und warb dafür, Gott das Vertrauen zu schenkten. Die zahlreichen Berichte der Gebetsnachtsteilnehmer machten außerdem auf überraschende Weise deutlich, wie vielseitig Gottes Eingreifen ist, wie verschieden er handelt und arbeitet: Er heilt Menschen am Herzen, an Knien, befreit von Schmerzen oder von Diabetes, lässt Tumore verschwinden, schenkt Ehepaaren Kinder und stellt Familien wieder her. Für Gott gibt es kein Unmöglich!
Das bezeugten auch die Berichte über die sozialen Arbeiten des Missionswerkes. Letztes Jahr wurde in Israel sage und schreibe das 50. (!) Kinderprojekt eingeweiht, ermöglicht durch die Spenden von Freunden des Missionswerks. Damit konnte erneut ein Ort geschaffen werden, an dem sich dich Kinder ganz frei entfalten können. Daniel und Isolde Müller erzählten zudem von ihrer Reise nach Indien und von der manchmal unfassbaren Not, die dort zu sehen ist. Mit einem Kamerateam hatten sie die dortigen Missionswerkprojekte besucht: das Mercy-Krankenhaus, die Blindenschule, Schulen in Slums und anderen Gegenden, in denen Bildung echte Hoffnung und einen Weg aus der Verzweiflung schafft. Durch all die treuen Spenden, die für diese Arbeiten monatlich zusammenkommen, und dank des Segens, der auf dieser Arbeit liegt, kann so viel Unmögliches möglich gemacht werden. In die Finsternis aus Armut und Perspektivlosigkeit vieler Menschen in Indien bricht durch diese Projekte Gottes Licht. Wir sind sehr ermutigt, hier mehr zu tun und möchten auch Menschen ermutigen in diese Projekte noch mehr zu investieren.

Unmöglichkeiten notieren

Für ihre eigenen Unmöglichkeiten im Leben konnten alle Besucher im Laufe der Nacht „Unmöglich-Karten“ ausfüllen. Jeder schrieb die fünf wichtigsten Unmöglichkeiten aus dem eigenen Leben auf – Sorgen und Fragen, Sackgassen und Tunnel, in denen kein Licht zu sehen ist. Isolde Müller griff in ihrer Predigt diese Punkte wieder auf. Dass für Gott nichts unmöglich ist, zeigen viele Bibeltexte, in denen selbst biblische Figuren an ihre menschlichen Grenzen kamen. Doch Gott fragt uns eindringlich, was wir ihm zutrauen: Grenzen wir ihn ein? Glauben wir, sein Arm wäre zu kurz, um uns zu helfen? Unmöglichkeiten könnten wir nicht selbst überwinden. Dann ist es unsere Aufgabe, ihm zu vertrauen, dass er eingreift. Die Entscheidung liegt bei uns: Wollen wir unsere Sorgen und Nöte weiter mit uns herumtragen oder wollen wir sie ihm abgeben – ihm, der aus jedem Unmöglich ein Möglich machen kann? Denn Gott ist größer als unsere Unmöglichkeiten. Er kann Lösungen möglich machen. Wer eine Karte ausgefüllt hatte, durfte sie nun erneut zur Hand nehmen und das „UN“ vom „MÖGLICH“ abreißen. Anschließend wurde das abgetrennte „UN“ in eine Kiste unter dem Kreuz geworfen: Gottes Liebe hat den Tod überwunden – aus dem UNMÖGLICH wird ein MÖGLICH.
In einer gesonderten Gebetszeit wurden alle Anliegen, die Menschen vorher auf Postkarten und in E-Mails an das Missionswerk geschickt hatten, vor Gott gebracht. Daniel Müller ließ sich leiten, um in das Leben der Menschen hineinzusprechen. Dabei kamen verschiedene Krankheiten und Nöte zur Sprache, um die Gott sich sorgt. Er will eingreifen und das Leben für immer zum Guten verändern. Er möchte Frieden in unser Leben bringen. Die Negativität, die wir in uns tragen, möchte Gott wegnehmen.

Erweckung möglich?

Jethro Jagemann stellte in seiner Predigt die herausfordernde Frage: Ist eine Erweckung in Deutschland möglich? In letzter Zeit ist unser Land durch den Zuwachs von anderen Religionen geprägt. Es gibt mittlerweile überall viele Andersgläubige, die in aller Öffentlichkeit ihren Glauben ausleben und bezeugen. Jethro Jagemann ermutigte, als Christen aufzustehen und unserer Verpflichtung aus dem Missionsbefehl nachzugehen. Das Land brauche starke Christen, die von Gottes Liebe Gottes berichten und sich dafür einsetzen.
Auch Kai Vollprecht zeigte auf, dass wir dorthin kommen müssen, wo alles möglich ist: vor Gottes Thron. Dorthin, wo der Strom des lebendigen Wassers fließt, dorthin, wo alles lebendig und möglich wird. Schuld- oder Minderwertigkeitgefühle halten uns oft ab, vor Gottes Thron zu kommen. Doch mit seinem Blut hat Jesus den Weg frei gemacht. Allein deshalb waren wir schließlich zur Gebetsnacht zusammengekommen. Gott duldet uns nicht nur in seinem Reich, sondern wir sind willkommen, weil sein Blut uns reingewaschen hat. Wir haben einen mächtigen und starken Gott, der uns gebrauchen will.
Beim abschließenden Abendmahl am frühen Morgen war deutlich die veränderte Haltung zu spüren, mit der viele Besucher Brot und Wein entgegennahmen. Neue Hoffnung und neuer Frieden füllten den Saal. Fast alle waren bis zum Schluss aktiv und motiviert dabei – und das auch noch nach über sieben Stunden voller Gebete, Lieder, Predigten und Begegnungen mit dem, der ein UNMÖGLICH nicht kennt.

Meike Rösel, Mitarbeiterin im Missionswerk Karlsruhe

 

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