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Seit dem Jahr 2000 kommt der Leiter einer Bibelschule in England, Pastor Colin Urquhart, fast jährlich zu uns ins Missionswerk Karlsruhe und segnet zahlreiche Besucher durch seine Predigten. Ihm liegt es auf dem Herzen, dem Heiligen Geist Raum zu schaffen und Menschen ganz praktisch etwas für ihr Leben mitzugeben. Auch im November 2019 haben wir eine reich gesegnete Zeit mit ihm verbracht.

Collin Urquhart im Missionswerk Karlsruhe November 2019
Collin Urquhart

Den Koffer abgeben

Pastor Colin beschrieb, dass viele Gläubige nach ihrer Umkehr zu Gott damit haderten, ob Gott ihnen wirklich vergebe. Viele verbrächten Jahrzehnte damit, ihre Fehler vor Gott zu bringen, ohne wirklich frei von ihnen zu werden und ihre Berufung zu leben. Doch wir sollten in unserem Gebetsleben unseren Fokus nicht auf unsere Probleme richten, sondern auf Jesus. Pastor Colin nannte es Selbstmitleid, wenn wir im Gebet zehn Minuten über unsere eigenen Probleme reden. Mit Gebet habe das nichts zu tun. Er riet stattdessen dazu, alles in einer Minute vor Gott abzulegen, was uns bedrückt und Kummer bereitet, um uns dann völlig frei auf Gott zu konzentrieren. 

Wenn wir um Vergebung bäten, dann existiere unsere Sünde nicht mehr. Nicht mal mehr Jesus wisse dann noch, was wir getan hätten. Denn wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Gott treu und vergibt. Gott braucht keine ausführlichen Erklärungen über unsere Fehltritte. Er vergibt uns, nimmt uns unsere Lasten ab und befähigt uns dazu, in seine Gegenwart einzutauchen und seine Herrlichkeit zu genießen. 

Diese Wahrheit veranschaulichte Pastor Colin mit einem Beispiel: Wenn uns am Flughafen jemand freundlicherweise unser schweres Gepäck abnehmen würde, kämen wir nicht auf die Idee, ihm beim Tragen zu assistieren oder zu erklären, was sich alles in dem Koffer befindet. Wir wären froh, unser Gepäck einfach abzugeben und von jemandem tragen zu lassen. Genauso dürfen wir Gott unsere Last geben und sind befreit.

Wenn wir in Gottes Gegenwart treten, erlebten wir eine perfekte Heiligkeit ohne Verdammnis, ohne Ablehnung, erklärte Pastor Colin. Wir fänden dort nichts Negatives. Dieser perfekte Ort sei mit dem Leben in der Welt nicht vereinbar. Deshalb müssten wir unsere Lasten vor Gott ablegen und um Vergebung bitten, denn nichts Negatives könne in seine Gegenwart gelangen. 

Ausrüsten lassen

Auch Jesus zog sich gezielt in Gottes Gegenwart zurück. Er lebte als Mensch in dieser Welt und obwohl er Gottes Sohn war, wurde er verfolgt, abgelehnt, Lügen wurden über ihn erzählt und man wollte ihn umbringen lassen. Er war Unzumutbarem ausgesetzt. In der Bibel lesen wir, dass Jesus ganz gezielt an den Ort ging, an dem er keiner Ablehnung und keinem Hass ausgesetzt war. Dort begegnete er dem Vater und tankte auf. Neu ausgerüstet ging er anschließend in die Welt und tat den Willen Gottes.

Jesus wusste, dass er allein nichts tun konnte. Für ihn war die Gemeinschaft mit dem Vater unentbehrlich. In seinen Predigten sagte er von sich, dass er die Worte Gottes sprach. Diese wurden ihm in seinen intensiven Zeiten mit Gott offenbart. So ergehe es auch uns, machte Pastor Colin deutlich. Wir könnten nur das in die Welt hinaustragen, was wir in Gottes Gegenwart erlebten – und dafür sei unser Gebetsleben entscheidend. 

Unsere Berufung in der Welt

Durch unsere Bekehrung sind wir gereinigt und geheiligt worden. Durch Gottes Gnade haben wir Vergebung erfahren und dürfen in der Freiheit Gottes leben. Doch manchmal stimmen unsere Gedanken, unser Verhalten und unsere Gefühle nicht mit diesen Wahrheiten überein. Oft leben Christen in Angst, dass diese neue Freiheit durch eigene Fehltritte beeinträchtigt werden kann und ihnen Gottes Gegenwart verschlossen bleibt. Doch Pastor Colin machte darauf aufmerksam: Wenn Gottes Gegenwart nur auf unserem Gehorsam beruhen würde, wäre das nicht das Prinzip der Gnade. Das wäre kein Evangelium. Was Gott tut, baut auf dem auf, was Jesus am Kreuz für uns getan hat. 

In Gottes Gegenwart treten wir dank seiner Vergebung heilig und völlig unschuldig vor ihn. In der Welt leben wir leider nicht in dieser Vollkommenheit und sündigen weiterhin. Deswegen werden wir in Gottes Gegenwart mit seiner Herrlichkeit ausgestattet, damit wir Liebe, Kraft, Autorität, Frieden und Freude in die Welt tragen können. Auf diese Weise arbeitet Gott durch uns.

Je mehr von Jesus in unserem Leben zu sehen ist, desto mehr kann Gottes Herrlichkeit Früchte bringen. So wie der Vater Jesus ausgesandt hat, sendet er uns in die Welt, damit er durch uns wirken kann. Unsere Aufgabe ist es, die Verlorenen an Gottes Wort heranzuführen. Denn Jesus liebt nicht nur uns. Er ist auch für diejenigen gestorben, die heute noch verloren sind.

Nichts hindert seinen Willen

Am Tag des Gerichts müssen wir Rechenschaft ablegen und je nachdem, wie gehorsam wir uns Gott hingegeben haben, werden wir unsere Ewigkeit verbringen. Es ist richtig, dass wir jederzeit Vergebung erlangen können, und doch ist entscheidend, wie gehorsam, ehrlich und demütig wird sind und wie wir uns als Gottes Werkzeug gebrauchen lassen. Wir sind schlussendlich allein deswegen gerettet, weil Jesus ein demütiges Herz hatte und sich dem Willen Gottes untergeordnet hat. 

Pastor Colin berichtete von einer jungen Frau, die kurz nach ihrer Bekehrung für einen körperlich behinderten Jungen um Heilung gebetet hat. Allein aufgrund des Glaubens und der Herzenshaltung dieser Frau wurde sie als Werkzeug gebraucht und der Junge wurde geheilt. Über 20 Jahre später erfuhr Pastor Colin, dass dieser geheilte Junge nun seinen Abschluss als Ingenieur am College gemacht hat. 

Gott möchte uns jeden Tag aussenden, damit wir seine Liebe, Gnade, Kraft und Herrlichkeit weitergeben können. Unsere Entscheidung, Gott Raum in unserem Leben zu geben, kann großen Einfluss auf das Leben anderer Menschen haben.

Gott existiert nicht, um uns zufriedenzustellen. Gott hat uns auch nicht erwählt, damit wir in den Himmel kommen. Unsere Berufung liegt darin, dass wir hier auf Erden seinen Willen tun, um dann zusammen mit ihm die Ewigkeit zu verbringen. Keine Krankheit, kein Alter und keine Vergangenheit können verhindern, dass durch uns Gottes Wille geschieht. 

Ein Wochenende mit einer schlichten und doch so gewaltigen Botschaft ging viel zu schnell vorbei. Pastor Colin riet dazu, sie mehrmals anzuhören, um sie zu verarbeiten und umsetzen zu können. Durch uns können viele Menschen an das Evangelium herangeführt werden, damit auch sie in vollkommener Freiheit leben. 

Meike Rösel

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