
Aus Alt wird Zukunft
Jerusalem hat eine der höchsten Geburtenraten Israels. Kinder gehören hier viel stärker als bei uns zum Stadtbild. In vielen Vierteln sieht man überall Schuluniformen, Kinderwagen (oft mehrere hintereinander) und Spielplätze. Auch große Familien mit fünf bis acht Kindern sind viel normaler als bei uns. Oft leben in den Stadtvierteln zudem die Großeltern in der Nähe. Dieses familiäre Klima ist hilfreich für Kinder. Gleichzeitig darf man nicht vergessen: Sie wachsen auch in einer konfliktgeladenen Realität mit spürbaren Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf und auch die gestiegenen Kosten für den Lebensunterhalt belasten die Familien.
Deshalb brauchen Kinder ganz besonders Orte, an denen sie sich geborgen fühlen, Frieden erleben und Vertrauen entwickeln können. Seit 1983 durften wir gemeinsam mit der Jerusalem Foundation und in Kooperation mit der Stadt Jerusalem bereits 58 Kindergärten und Tagesstätten renovieren – Orte der Stabilität und Hoffnung. Im Sommer 2026 steht – so Gott will – Projekt Nummer 59 an.
Warum gerade hier?
Der städtische Kindergarten liegt im Wohngebiet Giv’at HaVradim mit rund 7.000 Einwohnern, geprägt von vielen jungen Familien und einer gemischten Bevölkerung: Säkulare und religiöse Bewohner leben Tür an Tür. Besonders hier, wo die Einkommen nicht hoch sind, entscheidet eine gute öffentliche Infrastruktur mit, ob Kinder und Jugendliche gute Startchancen haben. Deshalb soll unser Kindergarten ihnen nicht nur eine Betreuung anbieten, sondern die 25 kleinen Persönlichkeiten sollen lernen dürfen, Beziehungen zu bauen, Konflikte zu lösen, Vertrauen in Erwachsene und in das Leben zu fassen. Der Kindergarten ist der erste Ort außerhalb der Familie, an dem sie erleben: Bin ich erwünscht? Bin ich sicher? Darf ich hier aufblühen?
Mit Herz, aber am Limit
Die Mitarbeiter leisten auch bisher schon wertvolle Arbeit mit den Kindern. Doch das Gebäude ist sichtbar in die Jahre gekommen: Decke und Beleuchtung sind in schlechtem Zustand, die Einrichtungsgegenstände veraltet, die Fenster undicht, die Küche unzulänglich und die Toiletten zum Teil marode. Hinzu kommt eine ungünstige Raumaufteilung und unzureichender Stauraum. Wenn du die Fotos siehst, spürst du: Hier wird zwar mit Herz gearbeitet, aber es fehlt an vielem, was Kindern eigentlich ein gutes Umfeld geben sollte.
Geplant ist für kommenden Sommer eine Kernsanierung, wie sie sich in den letzten Projekten bewährt hat. Farbenfroh soll das neue Gebäude werden, modern und einladend – ein Ort, der Kinder aufatmen lässt und abgestimmt ist auf die Wünsche der Erzieherinnen für ihre pädagogische Arbeit.
Jetziger maroder Zustand:



3D-Visualisierung der Planung:


Werde ein Teil davon!
Vielleicht berührt dich der Gedanke, dass 25 Kinder durch diese Renovierung einen Ort erhalten, der sie nicht nur durch den Tag bringt, sondern ihnen eine Heimat bietet. Dann möchte ich dich herzlich einladen: Wenn du dieses Projekt mittragen willst, kannst du durch eine Spende helfen, dass unser 59. Kindergarten Wirklichkeit wird. Ob eine kleine Summe oder eine größere Finanzierung: Jeder Betrag baut mit. Du kannst sicher sein: Jeder Euro verwandelt sich dabei in etwas ganz Konkretes: in verputzte Wände, Lampen, Bodenfliesen, Fenster, saubere WCs und kindgerechte Möbel.
Und wenn du im Moment nicht geben kannst: Auch Gebet, Weitererzählen und Ermutigung sind eine echte Unterstützung. Jerusalem braucht Freunde, die nicht nur diskutieren, sondern lieben.

Mit viel Herz und Kreativität gestalteten Luidburg und Marcus aus unserer Gemeinde einen Israel-Kalender. Der Verkauf hat 2.572 € für die Kinder Jerusalems eingebracht. Im Gottesdienst (hier vor unserer LED-Wand) hat Luidburg uns den Scheck überreicht. Danke für diese starke Idee, den Einsatz und eure Liebe zu Israel!
Daniel Müller

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