
Unser Osterwochenende
Gebetserlebnis-Tag "Unbeschreiblich nah – aus Nähe wird Sieg"
Karfreitag
Wenn David in Psalm 145,2 schreibt: „Den ganzen Tag will ich deinen Namen preisen und loben“, dann hat er im Grunde das Konzept für den Gebetserlebnis-Tag formuliert. Und noch präziser wird er in Vers 18: „Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.“ Damit beschreibt er das Motto, unter dem unser diesjähriger Gebetserlebnis-Tag stand: „Unbeschreiblich nah – aus Nähe wird Sieg.“


Von Herz zu Herz
Nachdem sich viele Besucher mit einem leckeren Mittagessen gestärkt hatten, startete um 13 Uhr der Gebetserlebnis-Tag mit einem fulminanten Orgelstück von François Botes, der kurz zuvor aus Südafrika angereist war. Die Klänge erfüllten die Kathedrale und führten kraftvoll und ruhig zugleich in eine Atmosphäre, in der alle zur Ruhe kamen.
»Jesus hätte den Sturm sofort stillen können, doch er wählte einen anderen Weg.«
Ringe als Zeichen
Nach einer starken ersten Lobpreiszeit, gestaltet von Rahel Selg im Gesang und François Botes an der Orgel, sprach Daniel über die siegreiche Wirkungsweise von Gottes Nähe. Er ermutigte dazu, diese Nähe nicht von äußeren Umständen oder inneren Empfindungen abhängig zu machen, sondern als bleibende Realität zu ergreifen. Dabei führte er in ein starkes Bild hinein: den Ring als Zeichen des Bundes. Ein Bund, der – wie ein Ehering – keinen Anfang und kein Ende kennt, sondern Bestand hat. Denn Gottes Nähe ist nicht flüchtig, sondern tragend und verlässlich. Diese Wahrheit konnte jeder, der wollte, ganz praktisch ergreifen: Persönliche Anliegen wie Angst, Krankheit, Schuld oder Überforderung konnten bewusst in diesen Bund hineingelegt werden. Sie wurden auf Papierringe geschrieben und anschließend zum Kreuz gebracht, wo sie sichtbar aufgehängt wurden. In diesem eindrücklichen Moment verband sich das, was jeden innerlich bewegte, mit dem Werk Christi: Der Bund Gottes wurde nicht nur erklärt, sondern konkret vollzogen – im Loslassen, im Vertrauen und in der bewussten Hingabe an das Kreuz.
Auch die vielen Online-Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz waren zum Mitmachen eingeladen. Sie konnten ihre Ringe „virtuell“ per Slido ans Kreuz hängen. Die Einblicke, die sie teilten, waren vielfältig. Ein Teilnehmer schrieb drei einfache, aber aussagestarke Worte in den Chat: „Schön heute hier!“ Wenn jemand, der nicht vor Ort sein konnte, Gottes Wirken auch so erlebte, als wäre er im Raum, dann ist echte Verbundenheit entstanden.
Chatnachrichten von Online-Teilnehmern
„Ich sehe euch gerade live und bin berührt von eurer Liebe und Gottes Kraft.“
„Ich habe keine Wirbelsäule-Schmerzen mehr. Halleluja. Danke Jesus!“
„Genau vor einem Jahr haben Sie für meine Schwester gebetet, sie hatte Krebs und lag im Sterben. Der Herr hat sie gesund gemacht und schenkte ihr ein neues Leben. Sie ist auch heute noch gesund. Gott ist soo gut.“
Wellen oder Gegenwart
Anschaulich durch Bild und Sturmgeräusche nahm Rahel uns anschließend mit in die Begebenheit, in der Jesus seine Jünger drängte, ins Boot zu steigen und ans andere Ufer zu fahren – hinein in den Sturm. Inmitten von Angst und Überforderung rief Jesus ihnen zu: „Fasst wieder Mut! Denn ich bin es doch! Ihr braucht keine Angst zu haben!“ (Matthäus 14,27). Unser Blick wurde neu ausgerichtet: Nicht die Wellen bestimmen die Wirklichkeit, sondern die Gegenwart Jesu. Rahel machte deutlich, dass Jesus den Sturm sofort hätte stillen können – doch er wählte einen anderen Weg: Er rief Petrus heraus aus dem Boot, heraus aus dem sicheren Ort, heraus aus dem Vertrauten und Kontrollierbaren. Denn wer aus dem sicheren Ort nicht aussteigt, wird nie erleben, was es heißt, im Vertrauen auf Gott Schritte zu gehen, die menschlich unmöglich erscheinen. Wir dürfen wissen: „Mein Gott ist größer!“
Gebet für Israel
Der langjährige Reiseleiter und Freund des Missionswerks Dani Walter schickte aus Israel seinen Segen zu Ostern: Per Video erklärte er, dass wir im Alten Testament davon lesen, dass beim Passahfest das Schofar geblasen wurde. Es erinnerte an den Statuswechsel des Volkes Israel beim Auszug aus Ägypten von Sklaven hin zu Befreiten.
»Beim Passahfest erinnert das Schofar an den Wandel der Israeliten von Sklaven zu einem freien Volk.«
Im Saal wurde daraufhin die Freiheit, die Jesus uns durch seinen Tod erworben hat, hörbar proklamiert: Der professionelle Hornbläser Johan war dafür extra sechs Stunden angereist und seine Schofarklänge erfüllten den ganzen Raum mit Ehrfurcht und unterstrichen das intensive Gebet für das Volk Israel.



Isolde zeigte in ihrer Predigt auf, dass der Moment am Kreuz eine Erfahrung ist, die Leben verändert. Menschen kommen mit Lasten – und gehen verändert weiter. Ein Zeugnis brachte das auf den Punkt: „Der Herr hat mir Frieden geschenkt. Er hat mich frei und erlöst gemacht, sodass mich Vergangenes nicht mehr bedrückt.“ Genau darum geht es: Alles, was belastet, darf am Kreuz abgelegt werden. Veränderung geschieht dort, wo man nicht stehen bleibt, sondern im Glauben durch das Kreuz hindurch weitergeht – hinein in die Freiheit, die Jesus schenkt.
Schlüssel in Gottes Hand
Thomas Inhoff unterstrich seine Predigt, indem er die Besucher ihren Schlüsselbund in die Hand nehmen ließ. Er verdeutlichte auf diese Weise, dass jeder ein individueller Schlüssel in Gottes Hand ist. Im anschließenden „Schlüsselgebet“ baten die Besucher zu dritt dafür, dass Gott geöffnete Türen gibt, um Menschen lebensspendende Worte zuzusprechen.

Beni Schläpfer zeigte anhand der Geschichte der vier Freunde, die den Gelähmten zu Jesus brachten, dass es Fokus, Liebe und einen „Dachdurchbruch“ – in Form von neuer Leidenschaft und Dynamik – braucht, um zum offenen Himmel, zum ganzheitlichen Wunder durchzudringen. Anschließend legte er den Fokus darauf, für Ehen, Familien und die junge Generation zu beten.
Als krönenden Abschluss nach sieben intensiven Stunden in Gottes Gegenwart, die zugleich wie im Fluge vergangen waren, feierten wir im gemeinsamen Abendmahl, Jesu Opfer und seinen Sieg am Kreuz.
"Ermutigt in die Zukunft" – Ein neues Veranstaltungsformat mit lieben Gästen
Karsamstag
Nach dem bewegenden Gebetserlebnis-Tag ging es am Samstag mit einer neuen Form von Veranstaltung weiter: Ein Nachmittag mit Daniel und Isolde Müller und zwei Gästen auf der Bühne.
Bevor die vier loslegten, beschrieb Thomas Inhoff in seinem Einstieg das Bild vom Trevi-Brunnen in Rom. Der entscheidende Gedanke: Dieser Brunnen wurde nicht zur Wasserversorgung der Stadt errichtet. Denn die Versorgung war längst vorhanden: Das Wasser floss über ein unterirdisches Aquädukt nach Rom – und blieb dabei natürlich unsichtbar. Der neu errichtete Brunnen bewirkte etwas anderes: Er machte die vorhandene Fülle sichtbar. Wasser, das bereits in der Stadt war, sprudelte im barocken Bauwerk nun gut erkennbar.
„Zukunft ist nicht bloß ein Thema – sie steht vor unserer Tür.“
Genauso erleben viele ihren Glauben: Gottes Versorgung ist da – aber nicht immer im Blick. Sie fließt unter der Oberfläche. Um ermutigt in die Zukunft zu gehen, dürfen wir sehen und erkennen, was Gott längst gegeben hat. Wichtig: Ein Brunnen ist nicht die Quelle selbst. In den Psalmen wird Gott nie als Brunnen beschrieben, sondern als Quelle des Lebens. Und aus dieser Quelle kommt Überfluss. Gottes Art zu geben ist nicht dürftig. Er beschenkt überreich. Die Frage ist: Woraus lebst du, wenn du nach vorn blickst? Aus Angst? Aus Mangel? Oder aus der Quelle?

Persönliche Zusprüche
Nach einer vom Orgelklang durchdrungenen Lobpreiszeit mit Francois Botes und Rahel Selg wurden die Pastoren Steffen und Sibylle Beck vom ICF Karlsruhe begrüßt. Gemeinsam mit Daniel und Isolde teilten sie an diesem Nachmittag sehr nahbar ihr Herz mit den Besuchern: Die Vier nahmen uns mit in ganz persönliche Zusprüche für ihr Leben, die Gott ihnen geschenkt hatte. Oft hatten sie sich erst nach Jahren erfüllt, aber jedes Mal war Gottes Plan für ihre Zukunft Realität geworden.
Sibylle erzählte, wie Gott sie durch einen Bibelvers darauf vorbereitete, dass sie zwar keine leiblichen Kinder bekommen, aber eine Kirche gründen würden. Isolde wusste von Gott schon 20 Jahre zuvor, dass sie eines Tages predigen und Gottes Wort weitergeben würde – zu einer Zeit, als das noch undenkbar war. Außerdem erzählte Isolde von einem geistlichen Eindruck, an dem sie für die Zukunft festhält: Gott wird diesen Ort in Karlsruhe zu einem Ort der Hoffnung machen, an den – wie Sibylle es beschrieb – junge Menschen kommen, um sich an der Quelle satt zu trinken. Als Zuhörer spürte man richtig die große Vorfreude und Erwartung, dass die nächste Generation noch größere Wunder mit Gott erleben wird.
Eltern in Christus
Diesen Gedanken griff Steffen auf und forderte dazu auf, für Jugendliche, die ständig mit Krisen wie Corona und Kriegen konfrontiert seien, Väter und Mütter in Christus zu sein. Daniel ermutigte dazu, Schritte zu wagen und rief den Anwesenden zu: „Gott hat alles im Griff, er kennt dich und deine Situation – und er hat einen Plan für dich!“ Mit Gebet und einer prophetischen Lobpreiszeit endete dieser ermutigende Ostersamstag. Das Bild vom Trevibrunnen und die wertvollen Wortbeiträge halfen, die Zukunft nicht als Bedrohung, sondern als Raum für Gottes verborgene und zugleich ganz reale Fülle zu sehen.
Er ist auferstanden! Das wurde fröhlich gefeiert.
Ostersonntag
Auch der Ostersonntag begann mit einem beeindruckenden Orgelstück, gespielt von Francois Botes, das gleich zu Anfang die Herzen für die kommende Osterbotschaft öffnetet: Christus lebt. Er blieb nicht im Grab. Und deshalb hat unser Glaube ein Fundament, das trägt. Francois brachte seine musikalische und prophetische Gabe mit in diesen Ostergottesdienst. Und Francois wäre nicht Francois, hätte nicht auch sein einzigartiger Humor immer wieder seinen Platz gefunden. Beispielsweise mit seiner Bemerkung, dass er mit „Holy Socks“ die Orgel spielte, schaffte er es, die Besucher immer wieder zum Lachen zu bringen. Aber auch der Tiefgang fehlte nicht.

Prophetische Zuspitzung
Im Lobpreis gab es klare geistliche Zusprüche. Besonders eindrücklich war der Ruf, die Liebe zu Christus nicht aus dem Leben entgleiten zu lassen. Denn je größer Christus werde, desto kleiner würden die Dinge, die sonst das Herz beherrschen wollen. Diese Linie passte wunderbar zu allem, was die Tage zuvor vorbereitet hatten: Nähe, Fülle, Auferstehungskraft – und nun eine frische Hinwendung zu Christus und eine klare Absage an Furcht: „Es ist nie die Zeit, dein Leben mit Furcht zu füllen.“

Francois’ Predigt setzte nicht erst bei Ostern ein, sondern bei den großen Linien der Menschheitsgeschichte. Rebellion gegen Gott, wiederholte Brüche, neue Anfänge, die scheinbar wieder scheitern – Adam und Eva, weitere Aufstände, Babel, zerbrochene Entwicklungen selbst dort, wo Gott neu beginnt. Genau dadurch wurde der Ostergedanke geschärft: Gottes Geschichte mit der Menschheit ist nicht eine Abfolge misslungener Versuche, sondern eine Geschichte, die in Jesus ihren entscheidenden Wendepunkt findet. Den Tod und die Auferstehung Jesu zeigte Francois als Gottes endgültigen Neustart auf, mit dem Gott selbst seinen Sohn sendet – und diesmal dem Feind kein letztes Wort mehr bleibt: Ostern ist der zentrale Sieg über den letzten Feind, den Tod.
Auferstehung und Sendung
Von dort lenkte Francois den Blick auf die Gemeinde: Wenn die Auferstehung Gottes endgültiger Neustart ist, dann ist die Gemeinde ein Ausdruck dieses neuen Anfangs in der Welt. Lukas 10 besagt: „Die Ernte ist groß, die Arbeiter sind wenige. Geht. Sprecht Frieden in Häuser hinein. Bleibt nicht nur bei euch selbst.“ Francois lag es sehr auf dem Herzen, dass seine Zuhörer mit echten Interesse auf ihre Mitmenschen und Nachbarn zugehen, Beziehungen bauen und Herzenstüren öffnen, damit der Sieg Jesu erfahrbar wird.
„Es ist nie die Zeit, dein Leben mit Furcht zu füllen.“
Damit schloss sich der innere Bogen des Osterwochenendes im Missionswerk auf sehr schöne Weise: Karfreitag führte tief in die Nähe Gottes hinein. Der Samstag half, aus seiner Fülle neu auf die Zukunft zu schauen. Der Sonntag stellte alles in das Licht und den Sieg des auferstandenen Christus und gab dem Ganzen eine Richtung nach außen: Wer mit Jesus lebt, lebt nicht nur getröstet, sondern ist auch gesandt.
Thomas und Birgit Inhoff
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