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Wirfst du deine Netze aus? Thomas Inhoff ermutigt dich Gottes Reden in deinem Leben zu erkennen und umsetzen!

Angeln gehört eigentlich nicht zu meinen Hobbys, doch hin und wieder hat sich die Gelegenheit dazu ergeben. Ein tolles Erlebnis machten wir als ganze Familie bei einem Verwandtenbesuch in Kanada, als wir tief im Norden in der wunderbaren Natur auf einen See hinausfuhren. 

Ganz anders mussten sich die Jünger gefühlt haben, als sie nach einer langen erfolglosen Nacht die Netze reinigten. Während sie ihrer Arbeit nachgingen, sprach Jesus aus einem ihrer Boote zu den Menschen, die sich am Ufer des Sees Genezareth aufhielten. Doch plötzlich hörte er auf, zu den Menschen zu sprechen und forderte Simon auf:

„Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“ Lukas 5,4

 

 

Was für eine Aufforderung, fängt man die Fische am See Genezareth doch im Dunkeln und am Ufer und nicht am hellen Tag, dort wo es tief ist. Simon wirkt derart überrascht, dass er geradezu laut nachdenkt und stutzig die Worte herausbringt:

„Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen“ Lukas 5,6

 

 

Fülle

Wie wäre es dir ergangen, wenn du in der Haut des Petrus gesteckt hättest? Eben noch sitzt du wie im Abseits, enttäuscht, müde und bemüht, die Niederlagen zu verarbeiten, da wirst du unerwartet von Jesus angesprochen. Ja, mehr als das, er fordert dich auf, im Vertrauen auf sein Wort hin zu handeln. 

Petrus, der oft sehr spontan reagiert und sein Herz auf der Zunge trägt, antwortet in dieser Situation geradezu vorbildlich. Ob er einfach zu müde war, um mit Jesus zu diskutieren, oder ob Jesus ihn so überzeugend aufgefordert hat, sei dahingestellt. Er spricht die entscheidenden Worte: „Auf dein Wort hin …“. Er tut genau das, wozu Jesus ihn aufgefordert hat. Mit einigen Ruderschlägen ist er im tiefen Gewässer und kaum, dass die Netze im Wasser sind, füllen sie sich so sehr, dass sie zu reißen beginnen. Die Fischer winken ihre Gefährten, die im anderen Boot sind, herbei und füllen beide Boote so voll, dass sie fast sinken. 

Wenn wir in Gottes Auftrag handeln, erleben wir, wie unsere Vorstellung gesprengt wird. Es ist Gottes Art, dass er allen, die sich im Vertrauen auf sein Wort hin von ihm gebrauchen lassen, seine ganze Größe und Fülle offenbart. Jesus hat wieder und wieder gezeigt, dass Gottes Größe mit unserer Vorstellungskraft nicht zu erfassen ist. Seine Liebe, seine Güte und sein Reichtum sind so unerschöpflich. Jesus lehrt die Jünger ganz praktisch, dass menschliches Bemühen – ohne Gottes Gunst – vergeblich ist und unsere Erfahrung Gottes Möglichkeiten nicht begrenzt. 

Unterbrechen

Wir stehen, so wie die Jünger am Ufer des Sees standen, am Anfang eines neuen Jahres. Die Anstrengungen aus dem vergangenen Jahr mögen uns müde gemacht und frustriert haben. Vieles verstehen wir nicht und während wir in unsere Sache vertieft sind, will uns Jesus ansprechen: „Wirf dein Netz aus!“ Gott handelt immer genau dann, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind. Er zeigt seine Stärke in unserer Schwachheit und er liebt es, uns aus unserem Trott herauszureißen. 

Diese ganze Szene, wie sie uns Lukas schildert, offenbart uns Gottes Wesen. Er ist treu und lässt uns nicht mit leeren Händen zurück, wenn wir ihm unser Boot überlassen und im Vertrauen auf sein Wort hin handeln. Jesus will in diesem vor uns liegenden Jahr Großes tun. Er spricht zu dir und zu mir. Er will, dass wir unsere Beschäftigung unterbrechen und erkennen, dass er es ist, der uns anspricht. 

Er, der Himmel und Erde durch sein Wort geschaffen hat, spricht zu dir. Er will dein Leben gebrauchen und deine Hände neu füllen. Welche Gedanken beschäftigen dich? Wie wirkt sich deine Erfahrung und Vergangenheit auf deine Vorstellungen und Erwartungen für das vor dir liegende Jahr aus? Gott möchte, dass du dein Netz neu im Vertrauen auf seine Treue auswirfst! Unsere Umstände sollen uns nicht davon abhalten, Gottes Verheißungen entsprechend zu handeln. 

Gemeinsam

Immer wieder begegnet mir die Frage: „Woher kann ich wissen, dass ein Gedanke in meinem Herzen wirklich ein Auftrag von Gott ist und nicht meiner Einbildung entspringt?“ Wir sehen in diesem Text, wie der Dialog zwischen Jesus und Simon andere einschließt und in der Mehrzahl erfolgt. Simon steht nicht einfach auf und tut etwas Eigensinniges und absolut Unvernünftiges, sondern auch andere erkennen, begleiten und unterstützen ihn in dieser Mission. 

Es ist ein großes Geschenk, dass Jesus uns nie allein sendet. Jesus hat seine Nachfolger in eine Gemeinschaft gestellt und sie gemeinsam ausgesandt. Die Gemeinschaft korrigiert, ermutigt und ermahnt. Nur in der Gemeinschaft und in unserem Umgang miteinander wird sichtbar, dass Gottes Geist Friede, Freude, Geduld und all die wunderbaren Früchte des Heiligen Geistes in unserem Leben reifen lässt. In der Liebe, die wir zueinander haben und an der Einheit, die unter seinen Nachfolgern zu finden ist, kann die Welt Gott erkennen. 

Simon fährt mit seinen Gefährten hinaus. Während wir Gedanken und Vorhaben an Gottes Wort prüfen können, ist auch die Bestätigung in der Gemeinschaft und die Einheit ein Indiz, das uns hilft, Gottes Reden zu erkennen. Mache dich eins im Auftrag und erkenne, welche Dimensionen in der Einheit möglich sind. Simon hätte niemals den vollen Segen, den Jesus schenkte, allein erfassen können. Gott kommt auch nie in die Verlegenheit, dass jemand leer ausgehen müsste. Beide Boote waren so voll, dass sie zu sinken drohten. 

Wir sollten uns darauf einstellen und lernen, dass wir in Einheit und Seite an Seite im Auftrag Gottes aktiv sind. Gott will seine Leute bevollmächtigen und die Welt braucht mehr denn je die umfassende Hilfe Gottes. Die überwältigende Fülle Gottes kann nur gemeinsam erfasst werden. 

„Sie winkten ihren Gefährten, die im anderen Bott waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen.“ Ist es nicht ein unbezahlbares Geschenk, dass wir einander haben dürfen, und dass Gott uns gemeinsam gebraucht? 

Willst du dich in diesem Jahr von Gott ansprechen und unterbrechen lassen? Wenn wir uns entscheiden, ein Leben zu führen, das ganz der Devise folgt „Auf dein Wort hin will ich handeln!“, dann werden deine kühnsten Vorstellungen übertroffen. 

So wertvoll für einen Fischer ein erfolgreicher Fang auch sein mag, der Segen in diesem Fall war noch weit umfassender und hatte eine Auswirkung bis in die Ewigkeit. Lukas berichtet abschließend: „Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.“ Auch wenn die Boote zu sinken drohten, brachten sie sie gemeinsam an Land. Doch sie hingen nicht an materiellen Dingen, sondern veränderten mit Jesus die Welt – und das möchte er auch durch dich tun. 

Thomas Inhoff, Missionswerk Karlsruhe

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