Dein Alltag ist Gottes Bühne

Gott will uns heute in unserem Umfeld begegnen. Lass dich von Isolde Müllers Gedanken inspirieren und öffne dich für Gottes Wirken.

Gott ist kein Gott, der wartet, bis du etwas Besonderes tust, damit er es gebrauchen kann. Er ist kein Gott, der sich nur in außergewöhnlichen Situationen offenbart. Und er ist auch kein Gott, der spezielle Leistungen von dir fordert. Sondern unser Gott ist ein Gott, der sich Gemeinschaft mit dir wünscht! Er will sich dir in deinem Alltag zeigen. Er möchte in dein ganz normales Leben mit eingeschlossen sein. Nicht nur, wenn du Hilfe brauchst, sondern immer.

Offen für Begegnung

Mose hütete tagaus, tagein die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters in den Bergen, als ihm Gott eines Tages in einem brennenden Busch begegnete. An einem ganz normalen Tag. Vielleicht war Mose an manchen Tagen niedergeschlagen, vielleicht wurde es auch mal langweilig, Tag für Tag mit den Tieren hinauszugehen in die Steppe. Vielleicht dachte er manchmal: Was soll aus mir werden? Immerhin war er ein gebildeter studierter Mann, der am Königshof aufgewachsen war. Und nun saß er hier bei den Schafen und Ziegen. In diesen Alltag hinein sprach Gott – und zwar so gewaltig, dass es sein ganzes Leben veränderte. Als Gott ihn aus den Flammen ansprach, war Mose bereit zur Begegnung. „Ja Herr!“, rief er sofort und war offen zu hören, was Gott sagen wollte (2. Mose 3). 
Bist du bereit, Gott zu begegnen? Vielleicht geschieht es nicht in einem Dornbusch, sondern durch das Reden des Heiligen Geistes in deinem Herzen. Gott möchte sich in deinem Alltag offenbaren. 

Offen für Neues

Abrahams Alltag drehte sich um Rinderherden und die Versorgung eines Hausstands mit Knechten und Mägden. Eines Tages saß er in der Mittagshitze im Eingang seines Zeltes. Es war kein besonderer Tag. Dieser Tag war genau so anstrengend und mühselig wie jeder andere auch, genauso heiß und staubig. Da kamen drei Männer heran. Abraham erkannte, dass er es hier mit Gott zu tun hatte. Vermutlich verkörperten die drei Männer Vater, Sohn und Heiligen Geist. Als Gott ihm versprach, dass Sara und er in hohem Alter noch Eltern werden würden, veränderte sich für Abraham der Sinn seines Lebens. Er bekam eine neue Perspektive. Wenn Vater, Sohn und Heiliger Geist in dein Leben treten, ist nichts mehr so wie vorher!

Offen für Gottes Reden

Gott will sich auch in deinem Arbeitstag verherrlichen. Wenn du abends müde nach Hause kommst und dich hinsetzt und denkst, es macht doch alles keinen Sinn, ist er da. Wenn du entmutigt bist, weil du Gott dienen wolltest, aber kein Vorwärtskommen siehst, will er dir Perspektive geben. Wenn dich das tägliche Einerlei zermürbt, will er dir begegnen und Kraft schenken. Gott kennt deinen Alltag und er sieht dein Herz. Er kommt, wenn du dich danach sehnst, gerade wenn du es nicht erwartest. 
Sei aufmerksam. Er redet in deinen Alltag hinein und kann vieles dafür benutzen: einen Vogel auf der Fensterbank, eine Frage, die jemand stellt, einen Bibelvers, den du liest, den Satz einer Nachbarin, einen Sonnenaufgang oder Zeitungsartikel. Gott begegnet dir in deinem ganz normalen Alltag. Das Einfache und Alltägliche benutzt Gott.

Offen für Gottes Prinzipien

Gott spricht durch das, was wir jeden Tag sehen und hören, beispielsweise in der Natur. In Saat und Ernte erkennen wir ein Prinzip Gottes. Wir wissen alle, dass Salat erst wachsen muss und Kirschen erst reifen. Das gilt auch in unserem geistlichen Leben. Manche sind entmutigt und bitter, weil sie nach dem Säen, nach Engagement und Einsatz nicht sofort die Früchte sehen. Doch auch im geistlichen Leben müssen die Dinge reifen. Wenn Gott durch dieses Prinzip in unser Alltagsleben hineinsprechen kann, bekommt unser Leben eine andere Perspektive. 
Ganz ähnlich können wir es bei Geburt und Wachstum beobachten. Ein Mensch braucht neun Monate Entwicklungszeit, bis er geboren wird. Gott lässt auch in unserem Leben Dinge erst heranreifen, bevor sie geboren werden. Wenn Gott dir etwas versprochen hat, kann es sein, dass es erst reifen muss, dass du noch etwas lernen oder dich verändern musst. Eine Frühgeburt im natürlichen Leben macht Not. Oft müssen Ärzte um dieses Leben kämpfen. Solche Frühgeburten gibt es auch im geistlichen Leben. Wenn wir nicht warten können und zu früh losgehen, kann es passieren, dass wir um das Überleben unseres Versprechens oder unserer Berufung kämpfen müssen. Gott lässt uns reifen und festigt unseren Charakter, damit eine gesunde Geburt geschieht.   

Offen für Gott im Beruf

Genauso wie Gott im Alten Testament hat Jesus sich im Neuen Testament seinen Jüngern im Alltag offenbart. Petrus wurde einmal auf der Straße von Tempelangestellten erinnert, dass die jährliche Tempelsteuer anstehe. Jeder Jude musste sie damals bezahlen, um Tempelausstattung und Opferzubehör zu finanzieren. Die Kassierer fragten Petrus: „Zahlt euer Meister keine Tempelsteuer?“ Um keinen Anstoß durch die Nichtzahlung zu erregen, bekam Petrus von Jesus den Auftrag, an den See zu gehen und seine Angel auszuwerfen. Das war Alltag für Petrus und nichts Besonderes für ihn als Fischer. Doch mitten im Alltäglichen erlebte er göttliches Eingreifen: „Nimm den ersten Fisch, den du fängst“, sagte Jesus.

„Öffne sein Maul und du wirst genau die Münze finden, die du für deine und meine Tempelsteuer brauchst.“ Matthäus 17,24-27

 
Jesus hätte auch das Geld in seiner Tasche vermehren können, aber er verherrlichte sich in Petrus‘ Beruf und Alltag. Das zeigt sich auch bei einem Ereignis am See Genezareth. Als die Menschenmenge zu groß wurde, die Jesus beim Predigen hören wollte, stieg er zu Petrus ins Boot, um aus der Entfernung zu den Menschen zu sprechen. Nachdem Jesus geendet hatte, wandte er sich an Petrus und sagte: „Fahrt jetzt weiter hinaus auf den See, und werft eure Netze aus!“
Ich glaube, Petrus war sehr erstaunt über diesen Vorschlag. Deshalb antwortete er: „Herr, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Er dachte vielleicht: ‚Jesus, ich bin Fischer, aber du weißt wahrscheinlich nicht, dass man nachts die Fische fängt und nicht im fortgeschrittenen Tagesverlauf.‘ Es war total abwegig, was Jesus da verlangte! Niemand würde am Mittag fischen gehen in dieser Hitze. Doch Petrus antwortete: „Aber weil du es sagst, will ich es tun.“ Es war ein Wagnis und der Spott der Leute saß ihm im Nacken. Wie würden sie ihn auslachen, wenn er leer zurückkäme!
Stattdessen erlebten sie erneut göttliches Wirken in ihrem Beruf und Alltag: Sie warfen ihre Netze aus und fingen so viele Fische, dass die Netze zu reißen anfingen. Deshalb winkten sie den Fischern im anderen Boot, ihnen zu helfen. Bald waren beide Boote bis zum Rand beladen, sodass sie beinahe sanken. Simon Petrus und alle anderen Fischer waren fassungslos über diesen Fang. Jesus hatte ihr Denken und Handeln auf den Kopf gestellt. Neue Perspektiven eröffneten sich für Simon Petrus, Jakobus und Johannes und ihr Leben veränderte sich. Nach dieser Begebenheit folgten sie Jesus nach. 

Offen für Gott im Alltag

Genauso will sich Gott mit seiner Kraft in deinem Alltag verherrlichen. In dem, was um dich herum geschieht. In deinem Berufsleben, in deiner Familie, in deinem Bekannten- und Freundeskreis. Erwarte in deinem Herzen, dass Gott dir begegnet. 
Er will Veränderung bewirken. Mitten in deinem Frust, mitten in deiner Mutlosigkeit. Mitten in deiner Einsamkeit. Jesus war immer da, wo Alltägliches geschah und oft herrschte dort finanzielle Not oder Menschen hungerten und er gab Tausenden zu essen. Er war da, wo Menschen krank und unfrei waren und begegnete denen, die Ängste und Nöte hatten. 
Jesus ist auch dir in deinem Alltag ganz nahe. Egal, was dich bedrückt oder in welcher Herausforderung du steckst: Er will dir begegnen in deiner Situation. Er will dir Perspektive geben und dich erfüllen mit neuer Freude! Bist du bereit für das Reden des Heiligen Geistes in deinem Alltag?
Isolde Müller, Missionswerk Karlsruhe

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