Säen wir gute Worte, die Leben schaffen, die segnen und ermutigen, fragt Isolde Müller und erklärt, wie viel Kraft unsere Worte haben.

Gott hat die Welt erschaffen, so lesen wir es im 1. Buch Mose. Er schuf sie nicht aus sichtbarer Materie, sondern durch sein Wort. Detail für Detail hat Gott gesprochen und die Welt entstand. Durch sein Wort war sie da. Welche gewaltige, kreative Auswirkung hat Gottes Wort! Licht, Himmel, Erde, Vegetation, Tiere – Sonne, Mond und Sterne.

Etwas Ähnliches lesen wir im Neuen Testament. Jesus erfuhr, dass sein Freund Lazarus gestorben war und man ihn schon in die Grabkammer gelegt hatte. Vier Tage lag er schon darin. Doch Jesus ließ den Grabstein beiseite rollen und rief: „Lazarus, komm heraus!“ Als Jesus nach ihm rief, konnte nicht einmal der Tod ihn halten (Johannes 11). Gottes Reden schafft Leben, es ist positiv und kreativ.

Freude ernten

Als Menschen sind wir Gottes Ebenbild. Jesus wohnt in uns durch seinen Heiligen Geist. Auch unser Reden hat Bedeutung. Jesus predigte einmal vor der Volksmenge und sagte: „Hört und versteht! Nicht was in den Mund eingeht, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund ausgeht, das verunreinigt den Menschen“ (Matthäus 15,10-11). Und als ihn später die Jünger danach fragen, erklärt Jesus diesen Zusammenhang noch genauer: „Was aber aus dem Mund ausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerungen; diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen.“

Durch finstere, boshafte, falsche Worte, die wir aussprechen und die zeigen, was in unserem Herzen ist, werden wir beschmutzt. Doch als Christen sind wir berufen, ein reines Leben zu führen. Worte haben Macht. Im Buch Sprüche lesen wir: „Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen“ (Sprüche 18,21). Unsere Zunge kann über Leben und Tod entscheiden, sie kann zerstören oder aufbauen. Mit unseren Worten können wir viel erreichen. Gutes wie Schlechtes. Was wir sagen, hat Konsequenzen. So lesen wir es auch in Galater 6,7: „Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.“

Säen wir so, dass wir guten Ertrag ernten? Säen wir gute Worte, die Leben schaffen, die segnen, die ermutigen? Spiegeln unsere Worte Gottes Liebe, seine Gnade und Hoffnung wider? Oder säen wir Angst, Hass und Neid? Wir können nicht von Gott Segen erwarten, wenn wir unsere Mitmenschen verleumden! Negative Worte bringen Negatives hervor. Sprechen wir Segen aus über unsere Mitmenschen, kommt der Segen zurück. In Römer 15,2 heißt es: „Jeder von uns gefalle dem Nächsten zum Guten, zur Erbauung.“ Wir sollen einander mit guten Worten ermutigen und zum Guten anspornen. Wenn wir andere Menschen aufbauen, ernten wir Freude.

Nur Segen, kein Fluch

Jakobus ermahnt in seinem Brief die Gemeinden, ihre Zunge im Zaum zu halten, weil sie großen Schaden anrichten kann. Er schreibt: „Aus demselben Mund geht Segen und Fluch hervor. Dies, meine Brüder, sollte nicht so sein. Die Quelle sprudelt doch nicht aus derselben Öffnung das Süße und das Bittere hervor? Kann etwa, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven hervorbringen, oder ein Weinstock Feigen? Auch kann Salziges nicht süßes Wasser hervorbringen“ (Jakobus 3,10-12). Es kann nicht sein, dass wir am Sonntag Gott loben und am Montag jemanden verfluchen. „Das sollte nicht so sein!“, schreibt Jakobus. So wie ein Baum nur eine Sorte Früchte trägt, so soll aus unserem Mund nur Segen kommen und kein Fluch. Denn was wir aussprechen, rufen wir herbei. Sprich keine vernichtenden Worte über deine Kinder aus. Sage nicht: „Du taugst nichts“ oder „Du machst alles falsch“. Sondern ermutige sie: „Du kannst es schaffen!“ oder „Du machst es schon gut, bleib dran!“ Jammer nicht jeden Tag darüber, dass sich deine Situation nicht verändert. Das wäre zerstörerisch. Sondern sprich und bete voller Hoffnung und Zuversicht.

Gottes Wort aussprechen

Als die Pharisäer Jesus immer wieder Böses unterstellen, ermahnt er sie: „Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts; denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden“ (Matthäus 12,36-37). Jesus machte den Pharisäern klar: Am Tag des Gerichts würden sie sich für ihre bösen Worte verantworten müssen. Denn was sie sagten, zeigte, was in ihrem Herzen war. Jesus erklärte ihnen: „Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor“ (Matthäus 12,35). Ein guter Mensch spricht gute Worte aus einem guten Herzen. Doch wer Böses von sich gibt, hat ein böses Herz. Das ist eine Ermahnung, über die man nachdenken sollte. Unterschätzen wir nicht die Bedeutung unseres Redens. Sprechen wir im Licht von Gottes Güte. Füllen wir unser Reden mit Hoffnung und nicht mit Hoffnungslosigkeit.

Eine gute Möglichkeit ist die, unseren Sorgen sein Wort entgegenzusetzen. Ich will ein Beispiel nennen: Wenn du Furcht hast, sprich in die geistliche Welt hinein: „Ich habe keinen Geist der Angst, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (nach 2. Timotheus 1,7). Und wenn du merkst, dass du oft negativ redest, sprich in die geistliche Welt hinein: „Ich spreche keine negativen Dinge aus, sondern was ich sage, soll hilfreich und ermutigend und auferbauend sein“ (nach Epheser 4,29).

So können wir die Richtung unseres Lebens verändern. Sein Wort hat Macht und Kraft, wenn wir es aussprechen. Fülle dein Leben nicht mit Gerede, das nicht von Gott kommt. Gewöhne dir nicht an zu jammern oder anderen den Mut zu nehmen oder sie niederzumachen. Lasse deine Emotionen nicht hochkochen, sodass du im Ärger etwas aussprichst, das nicht mit Gott im Einklang ist. Sprich so, dass seine Worte zum Guten, zur Erbauung dienen. Lass deine Worte Glaube, Hoffnung und Liebe widerspiegeln. Säe Segen und du wirst Segen ernten.


Isolde Müller, 
Leiterin des Missionswerks Karlsruhe

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