
Neue Herausforderungen
Wir leben in einer Zeit, in der man plötzlich vor Tatsachen steht, die man nicht planen konnte. Eine davon sind die Energiekosten. Man kann dieses Wort nicht mehr hören und doch trifft es uns alle. Auch wir im Missionswerk stehen vor Entscheidungen.
Gerade geht die neue Heizanlage für unsere Werkstatt/Busgarage in Betrieb. Der Kaminfeger hatte sie bei der letzten Kontrolle nicht mehr abgenommen, weil sie zu alt war. Nun können wir in der Garage wieder wirtschaftlich heizen. Daneben stand in diesem Jahr die Erneuerung der großen Heizung für das Missionszentrum und das Bürohaus an. Da liefen die Berechnungen der Ingenieure. Ihre Empfehlung war im Januar, eine Gasheizung einzubauen. Das fehlende Geld dafür und auch ein ungutes Gefühl hielten uns davon ab – was sich seit Beginn des Krieges und den damit steigenden Gaspreisen als richtig erwiesen hat. Unser Heizungsinstallateur sagte mir: „Herr Müller, einen Winter kommen wir noch mit der alten Ölheizung zurecht.“ Er reparierte sie, indem er die defekten Teile gegen noch brauchbare vom zweiten Kessel austauschte, bei dem der Brenner schon lange kaputt ist.
Doch nicht nur die Heizung ist ein Thema, sondern auch die Heizöl- und Stromkosten. Allein unsere monatliche Stromrechnung ist von einem Monat zum anderen von 3.500 Euro auf 7.000 Euro gestiegen.
Wie haben schon immer eine sehr effiziente Energiesteuerung für das ganze Gelände. Alles, was nicht gebraucht wird, können wir sekundengenau ausschalten. Doch bei Frost muss man etwas heizen, damit die Rohre nicht einfrieren. Wir haben nun beschlossen, auch in den Büros mehr Pullover anzuziehen und die Heizung runterzufahren.
Wir werden nach der Gebetsnacht die Gottesdienste über den Winter in die Johannes-Kapelle verlegen, die im Volumen sechsmal kleiner ist und somit weniger Heizung benötigt. Die Johannes-Kapelle ist allerdings nicht für TV-Aufnahmen ausgestattet. Für den Live-Stream kommen wir mit Kompromissen klar, aber die TV-Aufnahmen müssen wir möglicherweise ohne Publikum in der unbeheizten Kathedrale drehen. Das Foyer werden wir zu einem Minimum beheizen.
Schön ist, dass wir das neue Bistro haben. Das ist so gut isoliert, dass wir uns nach dem Gottesdienst dort gemütlich treffen können. Durch diese Einsparmaßnahmen hoffen wir, dass wir mit der Unterstützung unserer Freunde über den Winter kommen. Wir wollen nicht die Verbreitung des Evangeliums einschränken!
Daniel und Isolde Müller, Missionswerk Karlsruhe
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