Wenn Schuld zur Gutschrift wird

Gott vergibt nicht, weil er wegschaut, sondern weil er auf das Kreuz schaut.

 

Stell dir vor, du bekommst einen Kontoauszug von deiner Bank. In dicken roten Zahlen steht da ein Minus, das du niemals im Leben abbezahlen könntest. Dein Konto ist überzogen und die Zinsen erdrückend. Du weißt: Es gibt keinen Ausweg, keinen Weg, wie du die Schulden tilgen kannst …

Überraschende Gutschrift

So ähnlich beschreibt die Bibel den Zustand unseres Lebens vor Gott. Unsere Sünden sind wie ein Schuldenberg, der uns trennt von der Freiheit und von einem Leben, wie Gott es uns zugedacht hat. Doch in der Bibel lesen wir etwas Unbeschreibliches: Jesus verwandelt die Schuld in eine Gutschrift. Er verwandelt das rote Minus nicht nur in eine Null, sondern er füllt dein Schuldenkonto mit seinem Guthaben auf. Dein Konto, das im roten Bereich war, wird plötzlich im Plus geführt. Und das Allerbeste daran: Diese Gutschrift ist ein Geschenk! Es ist keine Gegenleistung erforderlich, er hat das Guthaben einfach eingezahlt.

Wir alle haben eine Rechnung bei Gott offen. In unserem Leben gibt es Schuld, die wir nicht selbst begleichen können, egal, wie sehr wir uns bemühen. Doch Gott schenkt uns eine Gutschrift, die alles verändert: Jesus Christus selbst! Er ist das Opfer, das unsere Schuld sühnt. Er ist die Gerechtigkeit, die Gott uns anrechnet: Gott „hat den, der ohne Sünde war, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes erhalten“ (2. Korinther 5,21).grigen und bleibt seinem Bund treu. Ihr Herz ist nicht von Angst, sondern von Staunen und Hingabe geprägt.

Maria zeigt uns: Ein empfangsbereites Herz erkennt nicht nur das, was gerade sichtbar ist, sondern preist Gottes Handeln im Voraus.

Die Realität der Schuld

Schuld ist ein unbequemer Begriff, den wir am liebsten kleinreden wollen: Ist nicht so schlimm, macht doch jeder so! Oder: Sieht doch keiner! Doch in Römer 3,23 lesen wir ganz klar: „Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“ Jeder von uns ist schuldig geworden. Die Bibel unterscheidet auch nicht zwischen großen und kleinen Sünden. Es spielt keine Rolle, ob deine Fehler groß oder klein sind, Schuld trennt dich von Gott – und diese Schuld hat tödliche Folgen: „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Römer 6,23).

Schon im Garten Eden hat der Teufel die Schuld verharmlost, als er in Gestalt der Schlange zu Eva sagte: „Ihr werdet nicht sterben.“ Doch der Teufel ist ein Lügner und Verdreher. Körperlich sind Eva und Adam nicht gestorben, doch sie haben den geistlichen Tod erlebt: die Trennung von Gott, den Verlust des ewigen Lebens.

Wenn wir Schuld verharmlosen, ist das bequem: Wir schieben sie einfach beiseite und sie gerät aus unserem Blick. Doch aus der Welt geschafft ist sie damit nicht. Die Tilgung gibt’s nur bei Jesus. Wenn wir selbst versuchen, unsere Schuld zu beseitigen, betrügen wir uns. Gute Werke sind wunderbar, aber sie löschen nicht das Minus auf dem Konto.An Zacharias lernen wir: Ein Herz kann verschlossen sein, skeptisch, sogar stumm vor Unglauben. Aber wenn es sich öffnet, dann verwandelt sich Schweigen in Staunen, Zweifel in Lob, Unsicherheit in Hingabe.

»Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.«

– Johannes 1,9

Auge zugedrückt?

Manche hoffen, dass Gott einfach beide Auge zudrückt. Kann er die Schuld nicht ignorieren oder wegsehen? Die Sache ist die: Gott ist vollkommen gerecht. Würde Gott sagen: „Halb so schlimm!“, dann hätte Schuld keine Konsequenz und er wäre nicht mehr verlässlich in seinem Urteil. Ein gerechter Richter kann keine Schuld übersehen, sonst würde Unrecht bestehen bleiben.

Aber Gott ist nicht nur gerecht, er ist zugleich voller Liebe und Erbarmen. Er will den Menschen nicht verurteilen, sondern retten. Gott will Gerechtigkeit üben und Gnade schenken. Wie bringt er beides zusammen? Er drückt kein Auge zu, sondern er tut das Erstaunliche: Er trägt die Schuld selbst. In Jesus versöhnt er die Menschen mit sich selbst.

Weil sein Konto immer im Plus war, konnte Jesus deine Schuld mit ans Kreuz nehmen und sich mit deinem Minus belasten lassen. Das ist das Herzstück des Evangeliums: „Er hat den Schuldschein, der mit seinen Forderungen gegen uns gerichtet war, für ungültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt“ (Kolosser 2,14). Deine Schuld existiert nicht mehr, und wenn deine Schuld nicht mehr existiert, hast du eine neue Identität. Du bist nicht mehr Schuldner, sondern Begnadigter: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1). Du brauchst keine Angst mehr zu haben, oder dich zu schämen: Du kannst frei atmen! So sieht dich Gott: Reich beschenkt durch Jesus.

Große Verwandlung

Im großen Stil hat das Paulus erlebt: Er war so voller Hass auf die Christen, dass er sie umbringen ließ. Doch sogar die Schuld seines schlimmsten Feindes hat Gott getilgt. Und er hat ihn verwandelt und zu Großem gebraucht: Was hat Paulus nicht alles mit Gottes Hilfe zustande gebracht! Wir können es auf unseren Griechenlandreisen sehen: Ganze Nationen wurde umgekrempelt und für Jesus eingenommen. Schuld der Vergangenheit bedeutet keine Beschränkung, wenn sie vergeben ist.

Eine Frau in Jerusalem erlebte persönlich, wie Jesus mit ihrer Schuld umging. Jesus war im Tempel, da schleppten Schriftgelehrte und Pharisäer sie heran, nachdem sie beim Ehebruch ertappt worden war. Sie sollte gesteinigt werden. Als die Männer nicht lockerließen, sagte Jesus: „Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!“ Daraufhin gingen alle beschämt davon und Jesus blieb allein mit der Frau zurück. Hast du Ankläger, die dir zusetzen? Die dich vorführen wollen als jemand, der versagt hat? Lass dich nicht beirren und halte dich an Jesus. Jesus verurteilt dich nicht, sondern er bietet dir Vergebung an.

Die Geschichte der Frau in Johannes 8 ging noch weiter. Jesus fragte die Frau: „Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt?“ Sie antwortete: „Nein, Herr.“ Daraufhin kommt die erlösende Aussage von Jesus: „Dann verurteile ich dich auch nicht.“ Doch auch für die Frau geht es – wie bei Paulus – um Veränderung. Denn Jesus fügt an: „Geh, aber sündige nun nicht mehr!“ Jesus spricht sie nicht nur frei, sondern schenkt ihr auch einen neuen Anfang. Seine Gnade ist keine Einladung zum Weitermachen wie bisher. Er schenkt die Kraft, anders zu leben.

»Gute Werke sind wunderbar, aber sie löschen nicht das Minus auf dem Konto.«

Dein Heute und Morgen

Wo die Verurteilung endet, da beginnt unsere Veränderung. Wir sind aufgerufen, unser Denken zu erneuern, das Gute zu lieben und das Böse zu meiden. Diese neue Haltung zeigt sich auch darin, dass wir Dinge loslassen, die uns von Gott trennen wie etwa Streitigkeiten, Eifersucht, Wut, Intrigen, Neid, Süchte, sexuelle Zügellosigkeit oder abergläubisches Vertrauen auf übersinnliche Kräfte. Das sind nur einige Beispiele und vielleicht ist das meiste für dich gar nicht relevant. Aber wenn es nur eines davon ist, solltest du es ausräumen (vgl. Galater 5,16-21).

Vielleicht fragst du dich: Und was, wenn ich wieder versage? Ich will dir zusprechen: Jesus hat nicht nur deine Vergangenheit, sondern auch dein Heute und dein Morgen ans Kreuz getragen. Jedes Mal, wenn du strauchelst, darfst du wieder zu Jesus kommen und er ist immer für dich da: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (Johannes 1,9). Die Gutschrift bleibt bestehen. Dein Konto ist voll von seiner Liebe und Gnade. Das ist eine unerschöpfliche Quelle und du darfst immer wieder daraus schöpfen. Nimm dieses Gnadenangebot an! Dein Minus ist gelöscht und du lebst im Plus – mit einer Gutschrift, die unendlich ist.

Isolde Müller, Leiterin des Missionswerk Karlsruhe

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