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Vertraust du Gott, um auf dem Wasser zu gehen? Daniel Müller ermutigt dich einen Schritt aufs Wasser zu wagen und deinen Glauben auf ihn zu legen.

Während der Bauzeit fiel mir eine Bohrmaschine auf den Fuß. Das war schmerzhaft! Noch mehrere Monate lang hatte ich einen schwarzen Fußnagel. In dem Moment war ich überhaupt nicht begeistert, wie die Schwerkraft wirkt. Aber ich habe mich nirgends beschwert, denn ich weiß, dass die Erdanziehungskraft nun mal ein Naturgesetz ist. Und die sind nicht verhandelbar. Alles fällt auf die Erde, auch bei intelligenten Menschen. Die Erdanziehungskraft macht da keine Ausnahme. 

Doch so unausweichlich die Schwerkraft im natürlichen Raum auch wirkt, der Glaube im geistlichen Raum ist größer. Glaube überwindet unsichtbare Hindernisse, ja, kann sogar Naturgesetze außer Kraft setzen, wie wir an mehreren Stellen in der Bibel nachlesen können: Als Gottes Volk im Alten Testament angegriffen wurde, stand die Sonne fast einen ganzen Tag lang still und der Mond dazu. Das Rote Meer teilte sich, sodass die Leute von Israel trockenen Fußes hindurchziehen konnten. Philippus wurde von einem Moment auf den anderen an einen anderen Ort versetzt (Josua 10, 2; Mose 14,16; Apostelgeschichte 8,39). Manche meinen, das sei nur in der Zeit der Bibel passiert. Echt? Ich glaube, wir dienen heute demselben Gott, der noch dieselbe Macht hat!

Praktisch anwenden

Glaube überschreitet die gewohnten Erfahrungen. Einmal schickte Jesus seine Jünger auf eine andere Seite des Sees. Im mächtigen Sturm hatten die Jünger Angst. Da kam Jesus auf den Wellen daher. Die Jünger hatten Angst, aber Jesus sagte: „Fürchtet euch nicht!“ Petrus hatte eine Idee: Er sah Jesus auf dem Wasser laufen und dachte: Das geht normalerweise nicht, aber Jesus hat doch gesagt, dass wir alles können, was er auch kann! Also rief Petrus spontan: „Herr, wenn du es bist, dann heiße mich, zu dir zu kommen.“ Der hatte wirklich Mut! Das ist praktizierter Glaube. Petrus besaß eine geistliche Intelligenz, die im Glauben verwurzelt und vom Mut inspiriert war. Petrus reichte es nicht, die geistlichen Prinzipien zu kennen, er wollte sie auch praktisch anwenden. 

Im Jakobusbrief finden wir einen eindrücklichen Satz darüber, wie wir unseren Glauben leben sollen:

„Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt“ Jakobus 2,17

 

Dieser Vers hat schon zu den unterschiedlichsten Auslegungen geführt. Hier ist nicht gemeint, dass wir uns durch Taten das Himmelreich verdienen können. Das hat Jesus ein für alle Mal für uns erledigt. Nein, dieser Vers meint: Wenn wir als Christen glauben, dann sollen wir auch so handeln, dass unser Glaube in Taten sichtbar wird. Es reicht nicht, nur Glauben zu haben. Ein Glaube, der nicht zu guten Taten führt, ist kein Glaube – er ist tot und wertlos.

Wie langweilig ist es, wenn wir nur sagen: „Ich glaube, dass Gott alles kann“, aber gar nicht so handeln, dass wir Gott alles zutrauen. Dann sagen wir eine Wahrheit, bewirken aber keinen Unterschied in dieser Welt und begeistern niemanden für Gott. Wenn wir nur an das glauben, was schon mal passiert ist, aber nicht darauf vertrauen, was passieren kann, ist das kein Glaube. Wenn wir nur darauf hoffen, was wir aus eigener Kraft bewirken können, ist das ebenso wenig Glaube!

Auf Wunder hoffen

Petrus stieg aus dem Boot, während 11 keinen Mut hatten, sondern sich über Petrus aufregten, dass er wieder einmal etwas ausprobierte, was doch gar nicht gehen konnte. Die 11 überlegten, im sinkenden Boot sitzend, wie sie ihr Nichthandeln rechtfertigen konnten. Aber was nützt geistliche Intelligenz, was nützt der Glaube, wenn er keinen praktischen Nutzen hat? 

Der bedingungslose Glaube steht im krassen Gegensatz zu einer lauwarmen, halbherzigen Haltung und einer Gewohnheit, die nur religiöse Abläufe liebt. Der bedingungslose Glaube handelt in der Zuversicht, dass alles möglich ist. Viele Wunder geschehen zum ersten Mal. Es gibt oft kein Beispiel, an dem man sich gedanklich festhalten könnte. In solchen Situationen zeigt sich, wie groß dennoch unser Zutrauen ist, dass Wunder heute noch passieren.

Im Dezember habe ich mit einer Freundin des Missionswerks telefoniert. Während unseres Gesprächs erzählte sie: „Ich kann spenden, weil Gott mir Aufträge gibt. Ich arbeite in der Luftfahrtindustrie, die zurzeit total am Boden liegt. Aber ich habe mehr Aufträge als in guten Zeiten!“ Nachrichten zu hören über eine am Boden liegende Industrie und zu jammern, dass sie gerade in dieser Industrie ihr Geld verdient, hätte ihr nicht diesen Erfolg beschert.

In Hebräer 11,1 lesen wir über den Glauben:

„Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht.“

 

Der Glaube ist der tragende Grund für das, was wir hoffen: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was wir noch nicht sehen. Der Glaube ist die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.

Isolde und ich hörten vor kurzem einer Beterin zu, die oft prophetische Eindrücke hat. Als sie voller Freude von all ihren vergangenen Prophetien erzählte, stellten wir fest, dass sie zwar immer wieder von diesen alten Prophetien spricht – aber gar nicht merkt, dass wir längst schon die Erfüllung dessen erleben, was sie gesehen hat. 

Warten wir auf bessere Zeiten? Oder werden wir zu Tätern des Wortes in der Kraft des Heiligen Geistes? Diskutieren wir noch über Not und Einschränkungen und berauben uns damit der Zeit, in der wir durch unser Tun und Gottes Wirken die Auswirkungen von Zeichen und Wundern erleben könnten?

Fliegen lernen

Der Spaziergang von Petrus auf dem Wasser erinnert an die Pastorensöhne Wilbur und Orville Wright, als sie ihre ersten Versuche unternahmen, fliegen zu können. Sie hatten oft die Erfahrung gemacht, dass die Gesetze der Erdanziehungskraft sie schneller auf den Boden zurückholten, als ihnen lieb war. Trotz mehrerer kaputter Flugzeuge, trotz Bruchlandungen, Schmerzen und Verletzungen fand ein siebter Versuch statt, bei dem nur sieben Personen zuschauten, weil zuvor kein Erfolg zu sehen gewesen war. Dieser Versuch gelang – und heute haben wir die ganze Fliegerei diesen mühsamen Versuchen zu verdanken. 

Der erste Flug dauerte vermutlich ungefähr so lange wie Petrus‘ Lauf auf dem Wasser. Wie viele Versuche hast du schon unternommen? Gibst du auf, bevor du angefangen hast? Du musst nicht auf dem Wasser gehen oder das Fliegen erfinden. Das haben andere schon getan. Aber wo setzt du deinen Glauben nach dem Auftrag von Jesus in die Tat um? 

Zuschauer im Reich Gottes gibt es viel zu viele. Und diese Zuschauer wissen immer besser, was richtig ist, als die, die etwas tun. Sei kein Besserwisser, sondern setze deinen bedingungslosen Glauben in die Tat um.

Nicht nur zuschauen

Als Petrus den Wind sah, begann er zu sinken und Jesus nahm ihn bei der Hand.

„Du hast so wenig Glauben, warum zweifelst du?“, fragte er Petrus. Wenn Petrus schon hinterfragt wird – wie wenig Glauben hatten dann erst die anderen 11? Der kurze bedingungslose Glaube ermöglichte Petrus eine physikalische Unmöglichkeit und die totale Nähe zu Jesus. Petrus demonstrierte, dass der Glaube sogar die Physik außer Kraft setzt. Der Glauben wird nicht auf dem Deck unseres Wohlstandsschiffes wachsen. Wir müssen schon einen Schritt aus dem Boot machen und erleben, wie das Wasser trägt.

Wir können Wasserwanderern wie Petrus zuschauen, ihre Geschichten hören und uns ihre YouTube-Predigten ansehen. Aber erleben, wie das Wasser trägt, werden wir nur, wenn wir selbst aus dem Boot steigen! Wo sind deine „Auf-dem-Wasser-wandern-Versuche“? 

Kennst du das Argument mancher Kritiker: „Wir wollen den Menschen lieber keine falschen Hoffnungen machen, indem wir für Wunder beten, die dann vielleicht doch nicht geschehen“? Aber wäre es wirklich gerechtfertigt, wenn wir aus purer Rücksicht auf etwaige Enttäuschungen, nicht gebetet hätten? Tausende Menschen, die voller Hoffnung an uns geschrieben haben, dass wir für sie beten, hätten in den letzten Jahren keine Heilung, Befreiung oder Lösungen erlebt. Genauso könnte man fragen: Warum lassen sich solche Kritiker Medikamente geben, die schon einigen geholfen haben, aber nicht allen?

Lass dein Scheitern nicht zu deiner Lebenskultur werden. Denn auch der Glaube ans Scheitern wird in Erfüllung gehen. Letztlich ist er der Glaube an die Macht des Bösen. Die Hoffnung hingegen ist das Keimblatt des Glaubens. Wie wir in Hebräer 11,1 lesen: Im vertrauenden Glauben zeigt sich schon jetzt, was wir noch nicht sehen. 

Ich möchte dich einladen aus dem Boot zu steigen, wenn Jesus sagt: „Komm.“ Deine Umstände bestimmen nicht deinen Erfolg!

Daniel Müller, Missionswerk Karlsruhe

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