Gibt es Dinge in deinem Leben, die dich bedrücken? Isolde Müller lädt dich ein, Gott deine Sorgen zu bringen.

Jeder von uns steht mitten im Leben – mitten im Alltag. Mit all den Herausforderungen, die uns tagtäglich umgeben. Was kommt da nicht alles auf uns zu, mit dem wir nicht gerechnet haben! Situationen, die zu bewältigen sind, oder Verletzungen, mit denen wir fertig werden müssen. Wo können wir unsere Sorgen abladen und wem unser schweres Herz geben?

Menschen in der Bibel sind Helden des Alltags. Wir können viel von ihnen lernen. Ich möchte eine Geschichte herausgreifen. Wir lesen sie in 1. Samuel 1 und 2. Es ist die Geschichte einer Frau namens Hanna. Beim genauen Hinsehen könnte es eine Begebenheit von heute sein: Hanna lebte mit ihrem Mann Elkana in Rama. Er stammte aus dem Stamm Levi, dem Geschlecht der Priester, also aus einer sehr angesehenen Familie. Elkana hatte zwei Frauen: Hanna, die er liebte, die aber keine Kinder bekam, und Peninna, die Söhne und Töchter hatte. 

Hanna wurde von ihrem Mann geliebt. Man hätte meinen können, sie wäre eine zufriedene Frau. Nach außen hin stimmte alles. Doch wir stellen fest, dass es innerlich nicht so war. Oftmals sieht unser Leben nach außen so gut und geordnet aus. Doch in unserem Inneren spielt sich etwas anderes ab. Wir sind bedrückt durch unsere Situation. Fühlen uns vergessen, missachtet, wertlos, unbrauchbar, unglücklich. Wir versuchen das gern zu verstecken, damit es ja niemand merkt. Nach außen lachen wir und gleichzeitig weint unser Herz. Doch sei dir gewiss:

Gott sieht dein schweres Herz. Er weiß, wie es um dich steht.

Gottes Güte für dich

Hanna steckte in einer schwierigen Lebenssituation. Sie stand sehr unter Druck durch ihre Umstände. Vielen von uns geht es heute ebenso. Es gibt viele Konstellationen, die uns bedrücken, entmutigen, ängstigen, das Herz schwer machen und in denen wir nicht weiterwissen. Hanna hatte zudem das Problem, dass ihr Mann noch eine andere Frau hatte. Auch das kennen manche Frauen heutzutage: das Wissen um eine andere Frau, Vertrauensbruch, Verletzungen … Das tut weh!

Hanna war eine verzweifelte Frau. Was es damals bedeutete, keine Kinder zu haben, können wir uns heute gar nicht vorstellen. Kinder waren die Zukunft der Eltern, die Altersversorgung. Anders als heute gab es damals noch keine Krankenkassen und staatliche Unterstützung. Oftmals hatten diese Frauen unter Vorwürfen ihres Mannes und der Missachtung ihrer Familie zu leiden. Das war hier nicht der Fall, denn wir lesen, dass Elkana sie zu trösten versuchte. Hanna war der Liebling ihres Mannes. Doch wir können uns lebhaft vorstellen, wie sehr sie die Kinderlosigkeit belastete.

Und sie hatte noch ein anderes Problem – die andere Frau! Peninna nahm Hannas Unfruchtbarkeit zum Anlass, sich über sie lustig zu machen. Sie stichelte unablässig gegen Hanna und kränkte sie laufend und Hanna war sehr verletzt. In den Versen 6 und 7 lesen wir: „Und ihre Widersacherin reizte sie mit vielen Kränkungen, um sie zu demütigen, weil der Herr ihren Mutterleib verschlossen hatte. Und so geschah es Jahr für Jahr …“ Viele Jahre hat Hanna mit dieser Situation gelebt. Es gab für sie kein Entrinnen daraus. Sie musste mit Peninna unter einem Dach leben. Gut vorstellbar, dass sie in einer solchen Jahre dauernden Situation sogar in Depressionen stürzte. Denn in Vers 10 heißt es, dass sie verbittert war und sehr weinte.

Andere Blickrichtung

Und dann kam wieder dieser schreckliche Tag, an dem die ganze Familie jedes Jahr nach Silo ging, um dem Herrn zu opfern. „Und es geschah immer an dem Tag, wenn Elkana opferte, dann gab er seiner Frau Peninna und all ihren Söhnen und Töchtern die ihnen zukommenden Anteile; aber Hanna gab er den doppelten Anteil. Denn Hanna hatte er lieb“ (Vers 4).

Und in den Versen 7 und 8 lesen wir: „So geschah es Jahr für Jahr, immer wenn sie zum Haus des Herrn hinaufzog, reizte jene sie. Dann weinte sie und aß nicht. Aber Elkana, ihr Mann, sagte zu ihr: Hanna, warum weinst du? Und warum isst du nicht? Und warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?“

Hanna war so kaputt, dass sie nicht mehr essen konnte. Sie war körperlich angegriffen und sie war verbittert in ihrem Herzen. Sie fragte sich sicher: Muss ich mein ganzes Leben so zubringen? Vielleicht steckst du in einer ähnlichen Situation wie Hanna. Oder siehst in einer bestimmten Situation auch keinen Ausweg. Du denkst, dein ganzes Leben sei verpfuscht und fragst dich: Hört das denn nie auf? Kein Trost von Menschen hilft dir, weil in deinem Herzen Bitterkeit und Leere sind. Ich möchte dir sagen: Es gibt Hoffnung für dich! Verzweifle nicht und gib nicht auf! So wie Hanna Gottes Macht und Güte erfahren durfte, steht beides auch für dich bereit. 

Hanna hatte wirklich die Nase voll von ihrer Situation. Doch sie hat ihr Leben in die Hand genommen und ihm die richtige Wendung gegeben. Was hat Hanna getan? Hanna fasste einen Entschluss. Sie kam mit ihrer ganzen Last, Bitterkeit und Traurigkeit vor den Herrn. Sie weinte, während sie betete – doch sie wusste, dass sie vor ihm ihr ganzes Herz ausschütten durfte und dass er sie verstehen würde. Sie sagte Gott ihre ganze Not, ihre Schmerzen, ihre Umstände – doch diesmal war ihr Augenmerk auf Gott gerichtet und nicht auf ihre Umstände.

Schau nicht auf deine Umstände und ändere deine Blickrichtung. Schau nicht auf das, was dich niederdrückt. Die Änderung ihrer Blickrichtung hat den Segen in Bewegung gesetzt. Sie hat Gott ihr ganzes Herz ausgeschüttet und anerkannt, dass ihr sonst niemand helfen konnte. Die Änderung deiner Blickrichtung verändert deine Situation!

Begegnung mit Gott

Schau nicht auf deine Situation, auch nicht, wenn Menschen dich nicht verstehen, wenn du mit deiner Not zu Gott gehst, so wie Eli, der Hanna noch beschimpft hat. Eli war Priester und meinte, Hanna wäre betrunken, und beschimpfte sie, sie solle ihren Rausch loswerden (1. Samuel 1,12-16). Oftmals ist nur Unverständnis um uns herum. Menschen greifen dich an, von denen du es am wenigsten erwarten würdest! Erkenne, dass nur Gott dir helfen kann, und du setzt damit die Lösung in Bewegung. Gott wartet auf deine ernsthaften Bitten.

Hanna empfing danach Gottes Frieden. In Vers 18 lesen wir: „Und die Frau ging ihres Weges und aß und hatte nicht mehr ein so trauriges Gesicht.“ Die Begegnung mit Gott hat ihr Gesicht verändert – und nicht nur ihr Gesicht, ihr ganzer innerer Zustand veränderte sich.

Eine Begegnung mit Gott verändert. Hannas Herz fand Ruhe, unabhängig von Gottes Antwort. Ihre Situation hatte sich noch nicht verändert, aber ihre Einstellung dazu. Ihre Blickrichtung veränderte sich. Hanna bekam, was sie sich vom Herrn erbeten hatte. Gott erfüllte ihren Herzenswunsch und schenkte ihr Samuel. Mit einem Schlag war die Situation eine andere. Es war kein Grund mehr da für Sticheleien und Abfälligkeiten.

Viele Jahre später war Samuel der letzte Richter in Israel. Er war Prophet und Priester. Er salbte zwei Könige: Saul und David. Der Segen dieses Jungen wirkte noch in andere Generationen hinein und Gott konnte ihn mächtig gebrauchen. Hätte Samuel nicht eine so mutige Mutter gehabt, hätte es ihn vielleicht überhaupt nicht gegeben. Deshalb, Mütter: Seid mutig und kämpft für eure Familien! Denke nicht, du kannst nichts tun: Du hast Potenzial wie Hanna. Bring deine Schwierigkeiten zu Jesus und ändere deine Blickrichtung.

Es ist wunderbar zu sehen, was Gott aus dieser Frau gemacht hat. Und dasselbe kann er auch bei dir tun! Gott kann jede Situation verändern, wenn die Beteiligten wollen. Es liegt oft daran, dass die Menschen sich nicht verändern wollen. Sie wollen ihre alten Zustände nicht loslassen. Sehr oft hängen Menschen an alten Begebenheiten, die sie immer wieder hervorholen, statt einfach mal mit ihnen abzuschließen. Wir müssen in unserem Leben eine Kehrtwendung machen und in eine andere Richtung denken und gehen. Manchmal müssen wir einfach eine Entscheidung treffen, damit unser Leben eine andere Wendung nimmt. 

Komm zu Jesus und lade deine Probleme am Kreuz ab und lass sie dort. Gott hat für alles eine Lösung! So wie Gott Hanna geholfen hat, wird er auch dir helfen. Er ist derselbe, gestern, heute und in alle Ewigkeit. Gib Gott dein schweres Herz und gib deinem Leben eine Wendung!


Isolde Müller,
Leiterin des Missionswerk Karlsruhe

gefaltete Hände auf Holztisch

Wir beten für dich
Du bist nicht allein! Wir stehen dir in deinen Sorgen und Nöten zur Seite und beten gerne für dich.

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