Glaubst du manchmal auch nur halbherzig daran, dass Gott dir helfen wird? Isolde Müller fordert dich in diesem Artikel zu einem Leben mit Entschlossenheit auf und zeigt dir Vorbilder aus der Bibel, von denen du lernen kannst.

Jeder von uns hat seine Herausforderungen. Jeden Tag begegnen uns Situationen, die wir bewältigen müssen. Oftmals denken oder sagen wir: „Gott macht das schon!“ – ohne wirklich mit dem Herzen dabei zu sein. Wir lassen allem seinen Lauf. Oft stehen wir gar nicht hinter dem, was wir beten und wundern uns dann, wenn nichts passiert.

Debora stand auf

Doch wenn wir mit vollem Herzen in unsere Gebete investieren, hat das große Wirkung. In der Bibel lesen wir von Debora, die Richterin in Israel war. Zwanzig Jahre lang quälte der feindliche Kanaaniterkönig die Israeliten (Richter 4,3). Da hatte Debora genug von dieser Situation. Sie gab einem Mann namens Barak Gottes Auftrag weiter, mit 10.000 Männern auf den Berg Tabor zu ziehen. Weil er nicht alleine gehen wollte, bat er Debora mitzukommen und mit seinem Heer und Gottes Hilfe konnten sie die Feinde besiegen. In einem Lied besangen Barak und Debora anschließend das Gelingen: „Es ruhten die Landbewohner; sie ruhten in Israel, bis ich, Debora, aufstand, bis ich aufstand, eine Mutter in Israel“ (Richter 5,7).

Debora stand auf! Damit ist nicht gemeint, dass sie sich vom Stuhl erhob – sondern sie stand auf in Entschlossenheit. Sie wollte die Situation ändern. Das ist genau unser Auftrag: in Entschlossenheit aufstehen und mit Entschlossenheit beten, dass Gott unser Problem löst.

Entschlossenheit bedeutet zu sagen: „Feind, es ist genug! Gott ist größer. Ich bleibe dran, bis eine Lösung da ist!“ Es war Debora nicht egal, dass Barak zögerte. Sie sagte: „Ich gehe mit!“ Sie wusste, sie konnte etwas tun. Und sie rettete so das ganze Land aus der Hand der Kanaaniter. Sie nutzte, was Gott ihr gegeben hatte. Sie hatte Weisheit, sie hatte Einfluss und sie hatte Mut.

Viele Beispiele in der Bibel ermutigen uns, unser Potenzial zu nutzen und unsere Situation mit Gottes Hilfe zu verändern. Steh auf in Entschlossenheit und lass dir die Attacken des Feindes nicht mehr gefallen! Entscheide dich in deinem Herzen, vorwärtszugehen.

David war entschlossen

Auch David war ein Mann mit Entschlossenheit. Die Philister versammelten sich zum Kampf gegen die Israeliten. Drei Brüder von David standen in den Schlachtreihen Israels. Sein Vater schickte David zu ihnen an die Front, um ihnen etwas zu essen zu bringen. David hatte bestimmt nicht damit gerechnet, was er nun vorfand: Er kam, als Goliat auftauchte, ein über drei Meter großer Krieger. In 1. Samuel 17,24 lesen wir: „Als aber alle Männer von Israel den Mann sahen, flohen sie vor ihm und fürchteten sich sehr.“

Ist es nicht auch manchmal so in unserem Leben, dass wir unverhofft einem Goliat gegenüberstehen? Wir erleben Situationen, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet haben. Schwierigkeiten türmen sich in unserem Leben auf und drohen, über uns hereinzubrechen. Die erste Reaktion ist Angst, wie bei den Israeliten. Angst, von diesem Riesen überwältigt zu werden. Angst lähmt uns und wir sehen nur noch Goliat.

Ich glaube, als David ihn sah, ist etwas in seinem Herzen aufgestanden. Er sagt in Vers 26: „Wer ist denn dieser unbeschnittene Philister da, der die Schlachtreihen des lebendigen Gottes verhöhnt?“ Als die Israeliten ihn so reden hörten, erzählten sie auch ihrem König Saul davon. Und David sagte zu Saul: „Niemand lasse seinetwegen den Mut sinken! Ich werde gegen ihn kämpfen“ (1. Samuel 17,32). David schaute nicht auf den Goliat, sondern war sich bewusst, dass Gott da war. Dasselbe gilt heute noch: Schau nicht auf den Goliat in deinem Leben, sondern sei dir gewiss, dass Gott mit dir ist. Lass den Mut nicht sinken.

Gott gab den Sieg

David war entschlossen, sich nicht von diesem Philister einschüchtern zu lassen. Doch sein älterer Bruder war ganz und gar nicht glücklich, als er David so reden hörte. Wütend schnauzte er ihn an: „Warum bist du überhaupt hergekommen? Und wem hast du jene paar Schafe in der Wüste überlassen? Ich erkenne deine Vermessenheit wohl und die Bosheit deines Herzens; denn du bist ja nur hergekommen, um dem Kampf zuzusehen.“ Doch David ließ sich nicht einschüchtern. Er antwortete: „Was habe ich denn getan? Ist es nicht der Mühe wert?“ (1. Samuel 17,28.29) David hatte sich entschlossen, etwas zu unternehmen, und sofort wurde er attackiert. Vorwürfe und Anschuldigungen musste er sich anhören. Wenn du dem Feind nicht nachgibst, bläst dir der Wind ins Gesicht. Meistens aus den eigenen Reihen. Der Feind will dich abhalten, ihn zu besiegen. Er setzt alles daran, dass du aufgibst.

Auch Goliat beschimpfte David, er verfluchte ihn sogar, doch der ließ sich nicht beirren: „Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Krummschwert. Ich aber komme zu dir mit dem Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast. Heute wird der Herr dich in meine Hand ausliefern“ (1. Samuel 17,45.46). David ging vorwärts im Namen des Herrn, schaute nicht auf Goliat, sondern war sich sicher, dass nicht er selbst, sondern der Herr kämpfen würde. Er war sich seines Sieges gewiss, weil er in Gottes Kraft ging und mit Entschlossenheit.

Genauso können wir Gott vertrauen, ihm den Kampf überlassen, vorangehen und den Namen des Herrn groß machen – durch Lobpreis, durch Gebet und durch unser Vertrauen, dass Gott eine Lösung hat für unser Problem.

Geh mit Gott voran

Die große Rüstung, die König Saul ihm für den Kampf anbot, lehnte David ab. Stattdessen wählt der Hirte eine andere Waffe: „Er nahm seinen Stab in seine Hand und wählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die ihm als Schleudertasche diente, und nahm seine Schleuder in seine Hand und ging dem Philister entgegen.“ Ein Hirtenstab, eine Schleuder und fünf Steine – gegen einen Riesen in Waffenrüstung. Ein ungleicher Kampf wäre das gewesen. Doch David hatte außerdem seinen Glauben an den großen Gott.

Der Stab ist ein Bild für unseren Glauben, den wir aktivieren, um gegen den Feind anzugehen. Mit Entschlossenheit machen wir uns auf. Schleuder und Steine sind ein Bild für unsere Autorität, die wir in Gott haben. Schleudere dem Feind entgegen, dass Gott größer ist, dass er keine Herrschaft über dich hat, und entmachte seinen Angriff. Als David das tat, fiel der Feind. Gott lenkte den Stein genau an die empfindlichste Stelle und das brachte ihn zu Fall.

Den Feind an seiner empfindlichsten Stelle zu treffen, heißt, ihm mit dem Blut Jesu entgegenzugehen und ihn in unserem Leben zu entmachten. Goliat fiel und David machte ihm den Garaus. Wir brauchen heute niemandem den Kopf abzuschlagen, sondern Jesus hat den Feind besiegt am Kreuz – ein für allemal. Deshalb dürfen wir sicher sein, dass wir siegen werden, wenn wir aufstehen mit Entschlossenheit.

Lass dein Leben nicht einfach so dahindümpeln, sondern nimm es in deine Hand. Mit Gottes Hilfe wirst du über deine Probleme siegen.


Isolde Müller, 
Leiterin des Missionswerks

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