
United Sunday 2026: Wenn aus Geschichte Zukunft wird
Rund 2.000 Menschen auf unserem Gelände, Freunde aus nah und fern, dazu Tausende im Livestream: Dieser „United Sunday“ war weit mehr als eine große Veranstaltung vom Missionswerk und ICF Karlsruhe gemeinsam. Für uns wurde an diesem Tag sichtbar: Gott führt Generationen, Begabungen und unterschiedliche Dienste zusammen und lässt daraus ganz neue Möglichkeiten entstehen!
Miteinander unterwegs
Schon die Woche davor war besonders: Die Teams von ICF Karlsruhe und dem Missionswerk bauten gemeinsam auf, planten und arbeiteten mit viel Freude zusammen. Am Samstag folgte die Generalprobe für die letzten Feinheiten. Uns war wichtig, dass nicht nur organisatorisch alles funktioniert, sondern auch spürbar wird, wie wir miteinander unterwegs sind: wertschätzend, freundschaftlich und mit einem gemeinsamen Anliegen: Menschen mit dem Evangelium erreichen.
Der ursprüngliche Anlass war das 20-jährige Bestehen von ICF Karlsruhe und der Wunsch, dieses Jubiläum gemeinsam mit den Satellitengemeinden des ICF zu feiern. Doch inzwischen war ein weiterer Meilenstein hinzugekommen: der Notartermin am 2. Oktober, um die Zusammenarbeit zwischen dem Missionswerk und ICF Karlsruhe zu regeln.
Nicht verkauft!
Immer wieder wurden wir gefragt: „Habt ihr das Missionswerk verkauft?“ Die klare Antwort lautet: Nein! Es geht nicht darum, das Missionswerk zu verkaufen oder unsere Arbeit aufzugeben. Es geht darum, die Verantwortung und die Möglichkeiten zu erweitern. ICF Karlsruhe übernimmt Verantwortung für Gebäude und Grundstücke und wird diese in die Zukunft führen. Gleichzeitig bleiben wir als Missionswerk voll in der Verantwortung für unsere gewohnten Dienste, die uneingeschränkt weitergeführt werden. Es hört nichts auf – es kommt etwas dazu!
Die Gemeindearbeiten von ICF Karlsruhe und vom Missionswerk gehen weiter. Auch unseren Sonntags-Livestream wird es weiterhin so geben, wie ihr ihn kennt. Natürlich werden gemeinsame Veranstaltungen entstehen – aber als Ergänzung und Bereicherung, nicht als Ersatz für das, was unsere Missionswerksfreunde seit vielen Jahren kennen und schätzen.
Obwohl wir seit etwa einem Jahr immer wieder darüber berichten, haben diese Informationen noch nicht jeden erreicht. Deshalb werden wir weiterhin offen informieren, damit die Gerüchteküche keine Chance bekommt. Ausführlicher haben wir die Entwicklung bereits im Oktober-Magazin beschrieben.
Für die nächsten Generationen
Wie gut das Miteinander funktioniert, wurde auch auf der Bühne sichtbar, als die Verantwortlichen gemeinsam dort standen. Wir schätzen die Arbeit und Berufung des jeweils anderen. Gerade darin liegt ein enormes Potenzial. Bis die umfangreichen Renovierungen und die heute erforderlichen Standards für die Sicherheit erfüllt sind, werden voraussichtlich noch etwa zwei Jahre vergehen. Auch das wollen wir gemeinsam unterstützen. Dabei bewegt uns die Vision meines Vaters Siegfried Müller: Unser Kirchengebäude (das inzwischen in die Jahre gekommen ist und nach 37 Jahren renoviert werden muss) soll für die nächsten Generationen erhalten bleiben und weiterhin für das Evangelium gebraucht werden. Es soll ein Ort bleiben, an dem Menschen Jesus kennenlernen und Hoffnung finden. Was damals gebaut wurde, soll für die Zukunft bereit gemacht werden.
Was geschieht mit den Spenden?
Gerade weil viele Missionswerksfreunde unseren Dienst seit Jahren oder Jahrzehnten treu begleiten, ist uns Transparenz besonders wichtig.
ICF Karlsruhe besteht als eigene Organisation mit eigenen Bankkonten. Die Spendenwege sind klar getrennt. Gelder, die uns gespendet werden, dienen weiterhin unserer Missionswerksarbeit – dem Dienst von Daniel und Isolde, unseren Mitarbeitern sowie den vielfältigen Aufgaben, Reparaturen und notwendigen Ausgaben. Wer zielgerichtet spenden möchte – etwa für Israel, die christliche Schule oder das Zukunftsprojekt –, der schreibt dies in den Verwendungszweck.
Niemand muss jetzt einen bestehenden Bankeinzug ändern. Das Geld kommt weiterhin an die richtige Stelle.
Für Freunde, denen es ein besonderes Herzensanliegen ist, ganz gezielt den Dienst von Daniel und Isolde zu unterstützen, gibt es zusätzlich die Möglichkeit, an die Stiftung Missionswerk Karlsruhe zu spenden. Daniel und Isolde sind selbst im Vorstand dieser Stiftung.
Wichtig ist uns dabei: Das ist keine notwendige Umstellung und keine Aufforderung, bestehende Spenden oder Bankeinzüge zu verändern. Es ist lediglich eine zusätzliche Möglichkeit für alle, die ihre Unterstützung ganz bewusst mit dem Dienst von Daniel und Isolde verbinden möchten.
Das neue Miteinander hilft uns auch, verantwortungsvoll mit den anvertrauten Mitteln umzugehen. Mitarbeiter von ICF Karlsruhe unterstützen unseren Dienst bereits mit ihren Fähigkeiten – darunter Profis aus TV und Streaming, Grafik und Buchhaltung. Dadurch können wir Ressourcen gemeinsam nutzen und Kosten einsparen. Das ist ein großer Segen!
Die Pflöcke weiter stecken
Nach einer intensiven Lobpreiszeit sprachen Sybille und Steffen Beck über eine Bibelstelle, die wunderbar zu diesem Tag passte: die Pflöcke weiter zu stecken.
Steffen Beck sprach dabei auch etwas aus, das vielen Missionswerksfreunden besonders am Herzen liegt: Auch in der neuen Formation stehen wir weiterhin hinter dem Land Israel. Unsere Verbundenheit mit Israel bleibt bestehen.
Das war für uns ein wichtiges Zeichen: Neues entsteht und Verantwortlichkeiten verändern sich, aber Herzensanliegen, die unseren Dienst geprägt haben, werden nicht aufgegeben, sondern bekommen in der Zusammenarbeit Unterstützung.
Isolde berichtete anschließend von einer Vision, die sie vor vielen Jahren hatte: Sie sah junge Menschen zu der Kathedrale laufen, um dort Gottes Wort zu hören. An diesem Sonntag hatten wir das Gefühl: Wir erleben gerade, wie diese Vision beginnt, Wirklichkeit zu werden. Die Kirche war voll – und darunter waren unglaublich viele junge Menschen.
Meine Aufgabe war es, den Weg unseres Missionswerks vom Wohnzimmer meines Großvaters Erwin Müller bis heute nachzuzeichnen. Seit 1945 durfte das Missionswerk ein Werkzeug Gottes sein, durch das Millionen Menschen die Botschaft der Hoffnung gehört und erlebt haben. Doch diese Geschichte soll uns nicht nur zurückblicken lassen – sie soll uns Mut für die Zukunft machen!
Junge Menschen entdecken ihre Berufung
Nach der Veranstaltung kam der Vater eines 16-Jährigen zu mir. Sein Sohn hatte früher mit dem Christsein nicht viel anfangen können und sich erst neu wieder bekehrt. Als er hörte, was Gott durch das Missionswerk schon bewirkt hat, spürte er, dass Gott auch mit seinem Leben etwas vorhat. Er möchte seine Kraft nicht nur einsetzen, um einmal Geld zu verdienen, sondern auch für Gottes Wirken. Was für eine Ermutigung!
Andere Jugendliche und Erwachsene möchten bei unseren Unterwegs-Einsätzen dabei sein und erleben, was Gott tut. Deshalb arbeiten wir an einem Konzept, damit unser Bus in der Zeit zwischen unseren Einsätzen nicht nur in der Garage steht, sondern mit einem Team auf die Marktplätze unseres Landes fährt. Dort wollen wir Menschen begegnen, ihnen zuhören, für sie beten und in persönlichen Gesprächen Hoffnung weitergeben. Denn die Tragweite unseres Dienstes zeigt sich nicht nur in großen Veranstaltungen. Sie zeigt sich in einem einzelnen Gespräch, einem Gebet, einer Gebetserhörung oder einem Menschen, der plötzlich entdeckt: Gott kann auch mich gebrauchen.
Junge Menschen entdecken ihre Berufung
Das große Thema dieses Tages war: Wir alle dürfen Licht in dieser Welt sein und strahlen. Jeder Besucher hatte am Eingang eine LED-Lampe erhalten. Während eines gemeinsamen Gebets wurden die Lichter eingeschaltet – was für ein Bild! Noch bewegender war das Bewusstsein dahinter: Jeder Einzelne kann Gottes Hoffnung weitertragen.
Das führte zum emotionalsten Augenblick des Tages: Rund 250 Kinder zogen mit violett leuchtenden Stäben in die Kathedrale ein. Da blieb kaum ein Auge trocken. Plötzlich wurde sichtbar, wofür wir all das tun – diese Kinder sind die Generation, in die wir heute investieren! Sie sollen einen Platz haben, an dem sie Jesus kennenlernen und wiederum ihre Freunde für Jesus gewinnen können. Wie real das schon heute ist, erleben wir in unserer Familie. Unser 13-jähriger Enkel spricht in seiner Schule von Jesus und bringt seinen Mitschülern den Glauben nahe – ohne dafür verspottet zu werden. Ist das nicht Hoffnung für die Zukunft?
Menschen von ICF-Karlsruhe erzählten uns, dass sie selbst oder bereits ihre Eltern durch unseren Dienst Gebetserhörungen erlebt haben. Andere berichteten, wie das Missionswerk ihr Leben geprägt hat. Gott steckt die Pflöcke weiter – damit auf dem Fundament dessen, was Gott über Jahrzehnte geschenkt hat, noch mehr entstehen kann. Die Formen können sich erweitern. Neue Menschen können dazukommen. Neue Möglichkeiten können entstehen. Aber das Herz und der Auftrag bleiben: Menschen sollen Jesus kennenlernen und Hoffnung erfahren. Isolde und ich sind noch immer überwältigt: Was für ein Tag, was für eine Geschichte, was für eine Zukunft!
Lies dazu auch unseren Artikel aus dem Oktober-Magazin "Es geht weiter: Aufbruch in eine neue Ära"
Daniel Müller, Leiter des Missionswerk Karlsruhe
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