Warum Scheitern nicht das Ende ist

Nicht Fehler sind unser Problem. Entscheidend ist, wie wir mit ihnen umgehen.

 

Hast du dir in deinem Leben auch schon etwas vorgenommen, das einfach nicht funktioniert hat? Es ist gescheitert an Problemen, die sich nicht überwinden ließen. Manche Wünsche und Träume lassen sich nicht verwirklichen und wir sind frustriert, weil es ganz anders kommt, als wir wollten oder dachten.

Fokus auf Gott

Ich kann mir vorstellen, dass auch Mose frustriert war: Das ganze Volk murrte gegen ihn und machte ihn für alles verantwortlich. Mose hatte sein ganzes Leben dem Ziel gewidmet, das Volk herauszuführen, und nun gaben sie ihm für alle Widrigkeiten die Schuld. Vielleicht kennst du das: Du bist in Verantwortung für deine Familie oder am Arbeitsplatz und jeder ist gegen dich. Ist das nicht frustrierend? In solchen Situationen ist entscheidend, wie wir reagieren: Lassen wir dem Frust freien Lauf? Oder schauen wir dahin, wo Hilfe herkommt? In Psalm 121,1–2 lesen wir: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Egal, in welcher Herausforderung du stehst, deine Hilfe kommt von Gott. Auf den Fokus kommt es an, damit deine Seele den Frieden behält und nicht in Frust versinkt. Frust und Enttäuschung wühlen unsere Seele auf und rauben uns den Frieden. Der Blick nach oben zieht dich aus deinen negativen Gedanken heraus und gibt dir Perspektive. Nichts könnte uns diese Stabilität geben als allein unser großer Gott. Er hält zu uns und gibt uns Kraft und Weisheit.

»Menschen können erbarmungslos sein, Jesus ist es nicht.«

Niemand ist perfekt

Wir sind oft frustriert und eingeschüchtert, wenn wir Fehler machen, und denken, dass Gott nichts mehr von uns wissen will. Zur Strategie des Teufels gehört, dass er uns einreden will, wir hätten versagt und wären gescheitert. Aber unser Scheitern und unsere Fehler sind nicht das Ende. Ein Sportverein macht nicht dicht, weil seine Mannschaft verloren hat. Was würden die Fans denken, wenn die Mannschaft sagen würde: „Das war‘s, wir hören auf, wir haben verloren.“ Aufzuhören steht gar nicht zur Debatte, sondern im Gegenteil: Es gibt noch mehr Training und dazu Analyse, denn die Mannschaft will aus ihren Fehlern lernen.

Fehler bleiben nicht aus in unserem Leben und wir sehen in der Bibel viele Beispiele von fehlerhaften Menschen. David war einer davon. Er hat Ehebruch begangen. Er hat einen Mann mit Absicht in den Tod geschickt. Er hat eine Volkszählung veranlasst, obwohl Gott das gar nicht wollte, und in der Folge sind 70.000 Menschen umgekommen. Das sind schwerwiegende Konsequenzen. Und trotzdem sagte Gott über ihn: „Ein Mann nach meinem Herzen!“ (1. Samuel 13,14). Keine Rede von Versagen oder Scheitern, obwohl es offensichtlich war. Manchmal bricht eine Welt für uns zusammen, weil wir vorher die Konsequenzen gar nicht geahnt haben. Wie herausragend, wenn Gott ein solches Scheitern in Barmherzigkeit verwandelt!

Vergebung verändert

David bereute, was er getan hatte. Er gestand seine Fehler und sein Versagen vor Gott ein und Gott hat ihm vergeben. Gott hat nicht gesagt: „Du und dein ganzes Haus, ihr seid für immer in Ungnade gefallen.“ Sondern David hat reinen Tisch gemacht und so konnte Gott mit ihm weitergehen und ihn segnen. Demut und Reue sind die Schlüssel dafür. Und sie gelten auch für dich – egal, welche Fehler geschehen sind. Vielleicht kommt dir deine Situation aussichtslos vor. Dann richte deinen Fokus auf Jesus, denn deine Hilfe kommt von ihm, er bringt dich vom Frust zur Freude!

»Gott kann aus jedem Fehler ein Wunder machen.«

Anders als Menschen

Als David Gott um Vergebung bat, lesen wir in 2. Samuel 24,14-15 etwas Erstaunliches: „Und David sagte zu Gad: Mir ist sehr angst! Lass uns doch in die Hand des Herrn fallen, denn seine Erbarmungen sind groß! Aber in die Hand der Menschen lass mich nicht fallen!“ David sagte: „Lass mich nicht in die Hände von Menschen fallen.“ Er wusste, dass Menschen erbarmungslos urteilen, aber Gott Vergebung schenkt. David sagte: „Setz mich nicht dem Hass der Menschen aus ... das macht mir Angst!“ Ist das nicht bei uns auch oft so? Wir haben mehr Angst vor dem Hass und den Urteilen anderer Menschen als davor, was Gott denkt. Menschen können erbarmungslos sein, Jesus ist es nicht. Nichts kann dich aus seiner Hand und aus seiner Liebe reißen:

„Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Römer 8,38-39).

Paulus ist völlig überzeugt, dass nichts Gottes Liebe erschüttern kann in unserem Leben. Nichts kann uns wegbringen von ihm, nur wir selbst. Bring deine Fehler in Ordnung vor dem Herrn und nimm sie nicht auf die leichte Schulter. Gott kann aus jedem Fehler ein Wunder machen, und alles wird uns zum Besten werden, auch wenn es noch so schlimm aussieht. Gott wird dich nicht verlassen.

Wir haben die Wahl

Ganz anders verlief es bei König Saul. Bei ihm ging nicht alles zum Guten aus. Saul wurde stolz und hatte Menschenfurcht – und er blieb stolz und zeigte keine Demut vor Gott. Gottes Urteil über ihn fiel dann auch anders aus als über David: „Da geschah das Wort des Herrn zu Samuel: Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mir abgewandt und hat meine Worte nicht ausgeführt“ (1. Samuel 15,10-11).

Wie schwerwiegend muss das für Gott sein, wenn er sagt: „Es reut mich!“ Saul hat Gottes Wille nicht gekümmert. Er hat einfach seine Sache gemacht. Er hat gelogen und die Schuld auf andere geschoben. Als Gott ihm den Befehl gab, nach einer Schlacht alle Beute zu vernichten, verschonte er die besten Tiere. Saul rechtfertigte es damit, die Tiere sollten Gott geopfert werden, und schob die Verantwortung dem Volk zu. Auch heute hören wir Menschen oft sagen, die anderen wären schuld, weil man Fehler nicht eingestehen will. Saul sagte lapidar: Ich habe gesündigt, aber ich will die Ehre von Gott, damit ich vor den Menschen gut dastehe (vgl. 1. Samuel 15,30).

Was für ein Unterschied zu David, der total anders reagierte, weil er Reue empfand. Das Problem war nicht, dass Saul Fehler gemacht hatte, sondern wie er damit umging. Saul war gescheitert und arrangierte sich damit, dass Gott sich von ihm abwandte. Das war dann wirklich das Ende. David hat sein Leben umgedreht und einen Neuanfang gemacht und blieb ein Freund Gottes, trotz Unzulänglichkeiten. Entweder nehmen wir Gottes Erbarmen in Anspruch oder wir machen unser eigenes Ding. Wir können wählen und entscheiden.

Isolde Müller, Leiterin des Missionswerk Karlsruhe

Hier kannst du die Predigt online ansehen:

Anschauen

Ähnliche Beiträge

Schau dir auch unsere weiteren Beiträge zu diesem oder einem verwandten Thema an.
cross