Wie können wir so leben, dass Gott sich über uns freut und unser Leben gute Frucht bringt? Isolde Müller inspiriert dich zu einem Leben mit Ausstrahlung.

Wir können dafür sorgen, dass unsere Frucht so gut schmeckt, wie sie aussieht. Wir sind am Ende der Erntezeit. Goldene Kürbisse werden noch geerntet, Möhren und Lauch, Äpfel und Quitten. Früchte haben in der Bibel eine große Bedeutung. Sie kommen im Neuen Testament immer wieder vor. Gute Frucht hervorzubringen, ist wichtig für ein christliches Leben. Schon Johannes redet den Pharisäern ins Gewissen: „Bringt der Buße würdige Frucht“ (Matthäus3,8). Das bedeutet: Nicht an unserem Stand oder unseren Worten, sondern an unserem Handeln zeigt sich unser Herz. Wir sind aufgefordert, ein fruchtbares Leben zu führen und gute Frucht  zu bringen.

Wie wichtig das für unser Leben ist, sehen wir an der Tatsache, dass Menschen nach ihren Früchten beurteilt werden. Jesus sagt in der Bergpredigt: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ (Matthäus 7,20). Es heißt nicht: Beurteile sie nach ihrem Aussehen oder nach ihren Fehlern oder ihrem Status oder wie bekannt und beliebt sie sind. Leider sind das häufig unsere Kriterien. Die Bibel nennt hier aber nur einKriterium – und das ist die Frucht, die ein Mensch hervorbringt!

Faule Frucht erkennen

Die Bibel ist sehr eindeutig, welche Früchte in unserem Leben gut und welche schlecht sind. Paulus mahnt die Galater eindringlich, sich gegenseitig zu lieben und nicht ihrem Egoismus nachzugeben. Er schreibt: „Gebt ihr dagegen euren selbstsüchtigen Wünschen nach, ist offensichtlich, wohin das führt: zu sexueller Zügellosigkeit, einem sittenlosen und ausschweifenden Leben, zur Götzenanbetung und zu abergläubischem Vertrauen auf übersinnliche Kräfte. Feindseligkeit, Streitsucht, Eifersucht, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen bestimmen dann das Leben ebenso wie Neid, Trunksucht, üppige Gelage und vieles andere“ (Galater 5,19-21). Hier werden uns die schlechten oder faulen Früchte vor Augen geführt – verbunden mit einer Warnung, die Paulus hier anschließt: „Wer so lebt, wird niemals in Gottes neue Welt kommen“ (Galater 5,21). Es ist diese Eindringlichkeit der Bibel, über die wir nicht einfach so hinweggehen sollten.

Manche der faulen Früchte kennen wir aus unserem Alltag, andere vielleicht nicht.Doch auch wenn wir nur einige faule Früchte hervorbringen, sollten wir uns klar machen, welche Auswirkungen sie in unserem Leben haben. Streit, Neid und Wut vergiften genauso unsere Beziehungen wie Uneinigkeit, Kritiksucht und Beschuldigungen. Wir sollten daran arbeiten, dass diese Dinge nicht unser Leben bestimmen! Behalten wir die Früchte in unserem Leben, fängt alles an zu faulen. Diesen Prozess müssen wir stoppen.

Gute Frucht reifen lassen

Bestimmt der Heilige Geist unser Leben, hat das Faulige keine Chance. Der Heilige Geist lässt andere Früchte in unserem Leben wachsen: „Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung“ (Galater 5,22). Und auch hier erwähnt Paulus, was daraus folgt: „Ist das bei euch so? Dann kann kein Gesetz mehr etwas von euch fordern!“ Perfekt! Mit dieser Frucht des Geistes sind wir reif für den Himmel!

Geistliche Frucht muss reifen wie natürliche Früchte auch: Zuerst sind sie klein und grün, dann werden sie immer reifer bis zur süßen Frucht. Wir gehen durch diesen Prozess des Wachsens und des Reifens und unser Charakter verändert sich in dem Maße, wie unsere geistlichen Früchte reifen.

Innen wie außen schön

Die Frucht eines Baumes ist immer für andere da. Kein Baum isst seine Frucht selbst. Doch manchmal sind unsere Früchte trügerisch: Wenn jemand deine Frucht pflückt, schmeckt sie auch so, wie sie aussieht? Es gibt viele wunderschöne Früchte und wenn man sie aufmacht oder zerschneidet, ist der Wurm drin. Manchmal ist unser Verhalten nicht so, wie es scheint. Die Früchte sehen zwar schön und christlich aus, aber innen sind sie faulig. Jeden Sonntag Gottesdienstbesuch, die Bibel unter dem Arm, freundlich nach rechts und links – doch braucht irgendjemand einmal Hilfe, stiehlt man sich davon. Lobpreis-CDs im Schrank, viele fromme Worte – doch im Gespräch ist man ganz schnell beleidigt oder verärgert.

Das sind Früchte, die schön wirken, aber innen faulig sind. Wir müssen Sorge dafür tragen, dass unsere Frucht innen genauso schön ist wie außen, dass sie genauso gut schmeckt, wie sie aussieht. Sind wir sonntags anders als an den übrigen Tagen der Woche? Wie verhalten wir uns hinter geschlossenen Türen, wo uns niemand sieht? Gott lässt sich nicht beeindrucken. Zu den Israeliten sagt Gott in Jesaja 29,13: „Dieses Volk gibt vor, mich zu ehren – doch sie tun es nur mit den Lippen, mit dem Herzen sind sie nicht dabei.“ Sorgen wir dafür, dass der Geist gute Frucht in unserem Herzen hervorbringt, die so gut schmeckt wie sie aussieht.

Charakter beleuchten

Manchmal sind wir von Menschen so beeindruckt, dass wir ihren Charakter gar nicht hinterfragen und ihre Früchte nicht prüfen. Die Frage ist: Stimmt der Charakter mit ihren Taten überein? Jesus mahnt, sich vom Erscheinungsbild von Menschen nicht verführen zu lassen. In der Bergpredigt warnt er vor „falschen Propheten“ und sagt: „Nehmt euch in Acht vor denen, die in Gottes Namen auftreten und falsche Lehren verbreiten! … Wie man einen Baum an seiner Frucht erkennt, so erkennt man sie an dem was sie tun … Ein guter Baum  bringt gute Früchte und ein kranker Baum schlechte. … Ebenso werdet ihr die falschen Propheten an ihren Taten erkennen“ (Matthäus 7,15-20).

Jesus erklärt hier also, dass wir Menschen erkennen können, nämlich an ihren Taten, an ihrem Verhalten. Wir können uns vor Verführung schützen, wenn wir uns von äußeren Dingen nicht beeindrucken lassen, sondern auf die Frucht eines Menschen, auf seinen Charakter, seine Absichten achten. Wir können danach fragen, ob er geduldig ist, ob er Gottes Frieden hat, ob er mit anderen liebevoll und freundlich umgeht.

Gefällt oder beschnitten

In Johannes 15 vergleicht sich Jesus mit einem Weinstock, an dem Reben hängen. Diese Reben sehen ganz unterschiedlich aus und Gott, der Weingärtner, behandelt sie unterschiedlich: „Alle Reben am Weinstock, die keine Trauben tragen, schneidet er ab. Aber die Frucht tragenden Reben beschneidet er sorgfältig, damit sie noch mehr Frucht bringen.“ Interessant ist: Die Reben, die gar keine Frucht tragen, schneidet er ganz ab. Diejenigen Reben dagegen, die Frucht haben, werden sorgfältig beschnitten, damit sie noch mehr Frucht hervorbringen. Es heißt nicht: Wer Frucht hat, wird gelassen, wie er ist. Sondern Gott schneidet Dinge aus unserem Leben heraus. Manchmal auch Dinge, die uns lieb geworden sind. Das kann schmerzhaft sein, doch es ist notwendig, damit unsere Frucht wachsen kann und unser Charakter geformt wird.

Gute Frucht wachsen lassen

Im selben Kapitel sagt Jesus: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich euch, damit ihr euch auf den Weg macht und Frucht bringt, die bleibt“ (Johannes 15,16). Wir sollen uns auf den Weg machen, um gute Frucht zu bringen, und nicht abwarten, bis sie kommt. Wir sind verantwortlich, dass unsere Früchte wachsen – nicht Gott. Unsere Früchte entfalten sich nicht einfach, weil wir Christen sind, sondern wenn wir daran arbeiten, dass sie reifen. Wenn wir uns diesem Prozess aussetzen, dann gilt, was Jesus ebenfalls verspricht: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten“ (Johannes 15,5).

Aus: Freude am Leben Nr. 11 | November 2017

Deine persönliche Mail aus Karlsruhe