Was hat ein Fußballspiel mit unserem Leben zu tun? Daniel Müller hat sich von der WM inspirieren lassen und Spannendes entdeckt.

In Gottes Mannschaft zählt die Gnade

Die WM in diesem Jahr hatte begonnen. Viele Begeisterte fieberten mit. Ich bin kein Fußball-Fan, aber bei der WM habe ich mir doch auch ein Spiel angeschaut. Das zweite Deutschlandspiel gegen Schweden wurde für mich dabei zu einem Bild für unser Leben. Auch wir spielen eine Meisterschaft. Schon Paulus hat unser Leben mit einem Wettkampf verglichen: „Denkt daran, dass alle wie in einem Wettrennen laufen, aber nur einer den Siegespreis bekommt“ (1. Korinther 9,24-25).

Sieg in letzter Sekunde

Auch unsere teure, voll ausgerüstete Nationalmannschaft hatte hart für diese Tage trainiert und wollte siegen. Da sie als Weltmeister antraten, war bestimmt viel Selbstsicherheit und Stolz im Spiel. Doch dieser Zahn wurde ihnen schon beim allerersten Spiel gegen Mexiko ganz schnell gezogen – sie verloren 0:1.

Daraufhin wurden sie von allen Seiten geschmäht und entmutigt. Medien und Fans suchten Fehler und Gründe für den Misserfolg – manche davon wahr, manche nicht – und niemand traute der Mannschaft mehr etwas zu.

Die Missachtung erreichte einen Höhepunkt, als ein schwedischer Reporter dem Weltmeister Sami Khedira spöttisch Rückflugtickets überreichte. Sie waren nicht echt, aber sie zeigten: Für diese Mannschaft hatte niemand mehr Wertschätzung übrig.

Dann begann das zweite Spiel gegen Schweden. In der ersten Halbzeit verhalf der deutsche Spieler Toni Kroos der gegnerischen Mannschaft zu einem Tor. Man konnte sehen, dass dadurch Motivation und Kraft der Spieler fast auf Null sanken. So gut wie jeder dachte: Das ist das Ende. Es sah alles lustlos aus. Und auch der Kommentator spiegelte das wider: Er sprach nur noch von Fehlern und aus der Perspektive des Verlierens.

Nach der Halbzeitpause kamen die Spieler etwas besser motiviert zurück aufs Spielfeld. Als dann Marco Reus wenige Minuten später das erste Tor für Deutschland erzielte, war das so motivierend für die Mannschaft, dass sich das Spiel drehte. Auch der Kommentator sprach nun siegesorientiert. Dann war es ausgerechnet Toni Kroos – der Spieler, der für das gegnerische Tor mitverantwortlich gewesen war – der in der Nachspielzeit, buchstäblich in letzter Minute, zum Sieg trag. Der Versager wurde in einer Sekunde zum großen Helden!

Daniel Müller im Trikot steht im Fußballtor mehrere Fußbälle vor dem Tor Das Spiel deines Lebens Missionswerk Karlsruhe
Daniel Müller im Trikot liegt im Fußballtor mehrere Fußbälle vor dem Tor Das Spiel deines Lebens Missionswerk Karlsruhe

Das Spiel deines Lebens

Mir wurde bewusst: Wir stehen auch in einem Spiel, in einem Kampf. Trotz Training, trotz unserer Vorbereitung durch Bibellesen, Gebet und dem Leben christlicher Werte passiert uns auf dem Spielfeld des Lebens so mancher unprofessioneller Fehler. Und auch wir erleben, dass Menschen um uns herum über unsere Leistung reden, uns urteilen und meinen, alles besser zu wissen. Jeder Fehler, den wir machen, ist für sie eine Bestätigung, dass wir nicht richtig spielen. Entmutigung kommt manchmal aus dem nächsten Umfeld. Die Zuschauer, die dein Spiel verfolgen, stehen mit Cola und Bratwurst in der Hand auf der Tribüne und schreien dir zu, was du falsch machst und wie es richtig wäre. Dabei haben sie gar keine Ahnung, wie es sich auf dem Spielfeld deines Lebens anfühlt und welche Kraft dich das Spiel kostet.

Dazu kommen die Fouls der gegnerischen Mannschaft. Da wird einem ein Bein gestellt, in die Seite getreten und ein Ellbogen an den Kopf gerammt. Die Nase ist gebrochen, die Kleider sind schmutzig, die Wunde muss versorgt werden und es tut weh. Da gilt es, sich aufzurappeln – und weiter gehts!

Es gibt so viele Christen, die nach einem gegnerischen Angriff auf dem Boden liegen bleiben. Sie suchen sich Leute, die mitjammern, die zustimmen, wie schlimm alles ist. Der Gegner mag schuld sein, dass du zu Boden gefallen bist, aber du bist schuld, wenn du nicht mehr aufstehst.

Unser Enkel Elias hat gerade das Laufen gelernt. Er hat es Hunderte Male versucht und er ist Hunderte Male hingefallen. Jetzt kann er sicher laufen. Sein fünfjähriger Bruder und sein Wunsch, alles zu entdecken, haben ihn motiviert.

Wir spielen in der Mannschaft des lebendigen Gottes, für den besten aller Trainer. Es lohnt sich, wieder aufzustehen und uns von ihm anfeuern zu lassen.

Mit Gnade zum Sieg

Es gibt nur einen Gott und der heißt nicht Fußball! Niemandem soll die Freude am Fußball genommen werden, aber Auto, Hobby, Freizeit – und auch der Fußball können zu Göttern werden. Wenn mein Großvater ein Fußballspiel sah, sagte er: „Gebt doch jedem einen Ball, dann müssen sie sich nicht darum streiten!“ Was er humorvoll meinte, passiert tatsächlich: Menschen nehmen sich ihren eigenen Ball, machen sich ihre eigene Religion und versuchen damit ihr eigenes Spiel. Sie spielen mit dem esoterischen Ball, dem okkulten Ball – oder auch mit dem religiösen Ball. Doch du kommst nicht mit deiner Religion ans Ziel, sondern du kommst mit Jesus ans Ziel!

Wir lesen in der Bibel, dass Jesus Regeln hatte, aber die Regeln durften nie den Weg zum Ziel versperren. Die Pharisäer, die Gesetzeslehrer damals, gaben von Menschen gemachten Regeln dasselbe Gewicht wie Gottes Geboten. Doch Gott ist in Jesus in die Welt gekommen, damit wir direkten Zugang zu ihm haben können.

Er schenkt uns seine Gnade. Beim Spiel gegen Schweden schoss Toni Kroos noch völlig unerwartet den Ball in einer langen Kurve ins Tor und holte so den Sieg in diesem Spiel. Jesus wird dir helfen, ans Ziel zu kommen, am Ende deines Kampfes. Paulus schreibt: „Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit“ (Philipper 3,14). Dazu hat uns Gott berufen. Dieses Vorrecht hat keiner auf der Zuschauerbank und keiner, der dich gefoult hat. Du spielst in der Mannschaft des lebendigen Gottes – lass dich nicht entmutigen, sondern spiel das Spiel deines Lebens voller Leidenschaft und laufe dem Siegespreis entgegen!


Daniel Müller, 
Leiter des Missionswerks Karlsruhe

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