Das Böse ist real. Trotzdem können wir frei und ohne Angst leben und für andere ein Licht sein. Wieso das so ist und was unser Part dabei ist, erklärt dir Daniel Müller.

Heilung für unsere Krankheiten. Kraft durch den Heiligen Geist. Freispruch von aller Schuld. – Jesus hat am Kreuz Entscheidendes für uns bewirkt! Das Blut, das am Kreuz floss, hat unsere Erlösung möglich gemacht. Durch seine Auferstehung, durch diesen Sieg am Kreuz hat Jesus für unsere Sünden bezahlt und wir haben Zugang zum Vater im Himmel bekommen. An eine andere Errungenschaft am Kreuz denken wir dagegen nicht so gerne und auch nicht so oft: Das Blut von Jesus am Kreuz hat auch den Teufel entmachtet. Der Feind ist entmachtet!

Paulus schreibt im Kolosserbrief dazu: „Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, eingelöst und auf ewig vernichtet, indem er ihn ans Kreuz nagelte. Auf diese Weise wurden die finsteren dämonischen Mächte entmachtet und in ihrer Ohnmacht bloßgestellt, als Christus über sie am Kreuz triumphierte“ (Kolosser 2,14-15). Der Teufel ist entmachtet. Ist das für uns nur ein frommer Satz – oder leben wir in dieser Realität?

Er wird fliehen

In diesem Text heißt es nicht, der Teufel sei gestorben. Das wäre mir lieber gewesen! Doch der Böse existiert weiterhin, treibt sein Unwesen, täuscht Menschen, schüchtert sie ein. Er verbreitet Lügen, macht falsche Versprechungen, manchmal laut und im Vordergrund. Er hat noch dieselbe Stimme mit demselben Lautstärkepegel. Der Teufel ist entmachtet, das müssen wir verstehen, aber er hält noch nicht die Klappe.

„Der Teufel brüllt wie ein Löwe, aber für Kinder Gottes ist er zahnlos.“

Wir allein entscheiden, ob wir seinen Täuschungen nachgeben oder ob wir ihm den Einfluss absprechen und uns ihm entgegenstellen. In Jakobus 4,7 lesen wir: „Widersteht dem Teufel, so wird er von euch fliehen!“ Er wird fliehen. So steht es da. Wir haben die Abwehr in der Hand. Widerstand ist das Rezept gegen einen entmachteten Teufel! Er brüllt wie ein Löwe, aber für Kinder Gottes ist er zahnlos. Er brüllt oft lauter, als die meisten Christen beten können. Doch es kommt nicht auf die Lautstärke an, sondern auf unsere Haltung.

„Widersteht dem Teufel, so wird er von euch fliehen.“ – Die Bibel, Jakobus 4,7

Der Teufel ist entmachtet, er hat keine Autorität mehr. Deshalb können wir uns ihm entgegenstellen. Wirf alles, was mit dem Teufel zu tun hat, aus deinem Haus – sowohl aus deinem Wohnhaus, als auch aus deinem geistlichen Lebenshaus. Geh mit dem Teufel keine Kompromisse ein. Du kämpfst nicht in deiner eigenen Kraft, sondern in der Kraft des Sieges, den Jesus errungen hat! Du hast die geistliche Autorität zu sagen: „Feind, halt die Klappe!“ Du hast die Autorität, dämonische Mächte anzugehen. Unser Leben ist ein Schlachtfeld in einem Kampf, der schon gewonnen ist.

Wir können leuchten

Licht überwindet die Dunkelheit. Dem Feind zu widerstehen, heißt nicht, uns mit der Dunkelheit zu befassen. Manche erforschen, wie dunkel die Dunkelheit ist und bekämpfen sie mit großer Anstrengung. Doch das Licht braucht nur zu leuchten. Gegen das Licht hat die Dunkelheit keine Chance. Wir sind aufgerufen, ein Licht zu sein – nicht die Fehler bei anderen zu suchen.

Jesus hat eine solch religiöse Haltung am eigenen Leib zu spüren bekommen, als er am Sabbat heilte und Dämonen austrieb und deshalb von den Pharisäern angegangen wurde. Doch eine solche Religiosität ist eine Täuschung der Dunkelheit. Religiosität ist voller Regeln. Jesus ist das Licht und bietet Lösungen! Sei ein Licht, das die Dunkelheit überstrahlt. Dein Lebensstil des Lichts soll anziehend sein für andere. Unser Licht soll „vor allen Menschen leuchten“, dann werden sie den „Vater im Himmel preisen“ (Matthäus 5,16).

John Wesley hatte große Menschenmengen um sich und er wurde gefragt, warum das so sei. Er antwortete: „Die Leute lieben es, mich brennen zu sehen“. Das Licht entwaffnet die Dunkelheit. Stelle dein Licht nicht unter ein Gefäß, sondern auf einen Lampenständer und lass es leuchten! Du bist berufen, als Gottes Scheinwerfer auf dieser Erde zu funktionieren.

Vor ein paar Wochen hat ein Gedanke mich nicht mehr losgelassen: In Karlsruhe haben wir einen Wildpark im Wald, in dem Gämsen, Hirsche und Wisente leben. Dieses Tiergehege ist ein recht großes, eingezäuntes Gelände. Ich denke, die Tiere fühlen sich hier wohl und sicher. Ich habe den Eindruck, wir Christen halten uns auch gerne in einem solchen Wildpark auf. Wir leben umzäunt, zanken uns mal mit anderen Christen und fühlen uns ansonsten in unseren Gemeindehäusern sicher vor dem bösen Wolf, dem Feind. Wäre es aber nicht vielmehr unsere Aufgabe, den Wolf ins Gehege zu sperren und stattdessen selbst in Freiheit zu leben?

„Ob du im Käfig oder in Freiheit lebst, liegt in deiner Hand!“

Dieser Gedanke hat mir eine ganz neue Perspektive verschafft. Wir sind für die Freiheit bestimmt! Der Feind ist entmachtet und muss den Widerstand respektieren, den wir ihm als Christ entgegenbringen. Wir dürfen den Feind an den Platz verweisen, den Jesus ihm zugewiesen hat. Ob du selbst im Käfig oder in Freiheit lebst, liegt in deiner Hand! Dir ist Autorität gegeben: Binde alle Mächte des Feindes im Namen Jesus. Lebe in Freiheit und lass dein Licht leuchten!


Daniel Müller, Leiter des Missionswerk Karlsruhe

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