Eine Busfahrt Richtung Zukunft

Im christlichen Sozialwerk POPUP bekommen fähige Menschen wie Maanda und Kagisa zum ersten Mal berufliche Chancen.

Dass ausgerechnet eine Fahrt mit dem Bus zu seinem beruflichen Wendepunkt führen würde, hätte Maanda als Letztes erwartet. Wie so viele Menschen in Südafrika war er als junger Erwachsener arbeitslos. Obwohl er viele Fähigkeiten mitbrachte, fand er einfach keinen beruflichen Einstieg. Alle Türen blieben für ihn verschlossen und er fühlte sich wie in einer Sackgasse.

Gott an erster Stelle

Dann stieg Maanda 2019 in einen Bus. Hier hörte er, wie sich Mitreisende über POPUP unterhielten, ein christliches Sozialprojekt. Nach offiziellen Angaben ist jeder dritte Erwerbsfähige im Land ohne Job. Christen in Südafrika hatten diese Not schon vor vielen Jahren gesehen und 1998 POPUP gegründet, um arbeitslose Menschen persönlich wie beruflich zu fördern und ihnen Arbeit zu verschaffen.

Neugierig geworden, suchte Maanda gleich am nächsten Morgen das Zentrum auf, informierte sich – und meldete sich an. „Dieses Programm hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt“, erzählt er heute. „Ich habe gelernt, Gott an die erste Stelle zu setzen.“ POPUP bietet nicht nur eine berufliche Ausbildung. Denn Arbeitslosigkeit raubt Menschen oft auch Selbstvertrauen, Würde und Hoffnung. Deshalb beginnt jeder Teilnehmer mit einem Grundlagenkurs, der Glauben und Persönlichkeit stärkt.

Auch Kagiso, ein weiterer POPUP-Absolvent, schätzt im Rückblick genau diesen Fokus. Ein Freund hatte ihn auf POPUP aufmerksam gemacht. Kurz darauf begann auch er den Grundkurs „Lebenskompetenz“. Kagiso ist überzeugt: „Die fachlichen Fähigkeiten waren zwar entscheidend, aber die Einheiten zum Thema ,Lebenskompetenz‘ haben mein ganzes Denken verändert. Ich habe gelernt, was Selbstwertgefühl und Disziplin bedeuten und wie ich mich in jeder Situation selbstbewusst verhalten kann.“

Neue Berufsvorbereitung

Weil die Teilnehmer von diesem Grundkurs so stark profitieren, hat POPUP diesen Teil der Ausbildung im letzten Jahr deutlich ausgebaut. Aus dem dreiwöchigen Kurs zur Lebenskompetenz wurde ein achtwöchiger Berufsvorbereitungskurs. Die ersten Wochen legen geistliche und persönliche Grundlagen: Es geht um Gottes Liebe, Identität, Bestimmung und Berufung. Danach fügt sich nahtlos die berufliche Vorbereitung an – mit ersten Computerkenntnissen und grundlegenden Kompetenzen für den Arbeitsalltag. So gehen die Teilnehmer nicht nur fachlich besser vorbereitet in eine Beschäftigung, sondern auch mit mehr Sicherheit über ihre eigene Identität in die moderne Arbeitswelt.

An den Grundkurs schloss sich für Kagiso die POPUP-Ausbildung in Gastronomie an. Wer grundlegende Lese-, Schreib- und Rechenkenntnisse mitbringt, wird hier 16 Wochen lang für Tätigkeiten in Küche und Service qualifiziert. Neben Gastronomie bietet POPUP unter anderem Qualifizierungen in frühkindlicher Bildung, Pflege, Textilproduktion, Verwaltung und handwerklich-technischen Bereichen an.

Zum ersten Mal gewürdigt

Maanda begann eine dreimonatige Ausbildung in Computerkenntnissen und Verwaltung. „Mir hat die Zeit Spaß gemacht, aber der entscheidende Moment kam bei der Zeugnisübergabe“, erzählt er heute. „Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich gewürdigt und bekam die Auszeichnung als bester Teilnehmer. Ich war sehr aufgeregt. Für mich war es das Zeichen, dass ich ein neuer Mensch geworden war.“

Für Maanda schloss sich ein weiterer Kurs an, in dem zukünftige Unternehmer darin geschult werden, eigene Geschäftsmodelle aufzubauen. „Mir ist klar geworden: Wenn Gott dich an einen Platz stellt, in dem du dich selbst noch unsicher fühlst, dann zeigt er auch den Menschen um dich herum, wohin du gehörst, und sie führen dich durch den Prozess. POPUP war da und hat mich auf meinem Weg begleitet.“ Heute führt Maanda sein eigenes Unternehmen für digitale Lösungen, wo er als selbstständiger Berater, Sachverständiger und Vermittler tätig ist.

Chance auf Zukunft

Auch für Kagiso haben sich die Anmeldung bei POPUP und der Gastro-Kurs voll ausgezahlt: Er hat eine Stelle gefunden und arbeitet heute als Kellner in einem großen Hotelkomplex in Pretoria. Inzwischen setzt er nicht nur selbst seine gelernten Fähigkeiten ein, sondern betreut zugleich schon andere Kollegen.

Beide zeigen mit ihrem Werdegang, was mit der richtigen Unterstützung möglich ist: Junge Männer, die begabt und motiviert waren, aber keine Berufsperspektive fanden, haben durch POPUP den Einstieg in eine konkrete berufliche Zukunft geschafft.

Als Missionswerk Karlsruhe engagieren wir uns von Herzen für Männer wie Maanda und Kagiso, die durch POPUP eine Chance bekommen. Wenn du daran teilhaben möchtest, freuen wir uns, wenn du mit uns für diese Arbeit betest und sie finanziell unterstützt. Spenden mit dem Vermerk POPUP leiten wir gern weiter.

Spenden

POPUP

Ein amüsanter Name für eine wichtige Aufgabe in Südafrika: POPUP ist die Abkürzung für „People Upliftment Programme“, was so viel bedeutet wie „Programm zur Förderung von Menschen“. Das Ziel dieses christlichen Sozialwerks ist es, arbeitslosen Menschen eine berufliche, geistliche undlebenspraktische Begleitung anzubieten, sodass sie eine Arbeit finden und neue Hoffnung für sich und ihr Umfeld schöpfen. Die große Besonderheit ist der gelungene Mix aus christlicher Prägung, lebenspraktischen Inhalten und konkretem Arbeitsmarktbezug.

                                                                        

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