Weißt du, was Weihnachten bedeutet? Gott kommt in unser ganz normales Leben. Du bist so wertvoll für ihn, dass er seinen Sohn Jesus Christus für dich gesandt hat. Erfahre von Isolde Müller, wie du Jesus in deinem Alltag erleben kannst.

Gott kommt in unser ganz normales Leben – das ist die Bedeutung von Weihnachten. Wir feiern in diesem Monat das große Geburtstagsfest für Jesus – und alle sind eingeladen! Natürlich wissen wir, dass Jesus nicht genau am 24. Dezember geboren wurde. Den Tag haben Menschen vor vielen Jahrhunderten so festgelegt, um deutlich zu machen, dass mit Jesus das Licht in die Welt kam – so wie Ende Dezember mit der Sonnenwende die Tage wieder länger werden.

Aber das Datum ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass Jesus gekommen ist, dass er den Himmel verlassen hat und in diese Welt getreten ist, mitten in unseren Alltag hinein. Wahrscheinlich war in Bethlehem gerade Sommer, als Jesus geboren wurde, denn er kam, als die Hirten mitten in ihrem Alltag draußen waren. In der Winterzeit sind auch in Israel die Hirten nicht auf den Feldern. Die Geburt von Jesus unterbrach sie bei ihrer alltäglichen Arbeit mit den Schafen.

Du bist gut genug

Auch in unserem Alltag will Jesus sich offenbaren. Er wartet nicht, bis wir etwas Besonderes tun. Er ist auch nicht ein Gott, der sich nur in außergewöhnlichen Situationen offenbart und er wartet nicht auf große Leistungen. Er kommt in deinen Alltag hinein. Du bist gut genug für ihn. Deine Leistungen interessieren ihn nicht, er schaut auf deine Herzenshaltung. Du bist so wertvoll in seinen Augen, dass er für dich gekommen ist.

Mose beim Schafe hüten

Gott begegnete Mose in einem brennenden Busch. An einem ganz normalen Tag. Da hütete auch Mose tagaus, tagein seine Schafe. Vielleicht war Mose an manchen Tagen verzagt und es langweilte ihn, Tag für Tag mit den Schafen hinauszugehen aufs Feld. Er dachte vielleicht: Was soll aus mir werden? In diesen Alltag hinein sprach Gott – und zwar so gewaltig, dass es sein ganzes Leben veränderte.

Abraham in der Mittagshitze

Abraham begegnete Gott ebenfalls in seinem Alltag (1. Mose 18). Er saß in der Mittagshitze vor seinem Zelt, wie jeden Tag. Es war kein besonderer Tag. Dieser Tag war genau so anstrengend und mühselig wie jeder andere Tag auch. Genau so heiß und staubig. Seine Frau Sara ging im Zelt der täglichen Arbeit nach – kochen, backen, fegen. Da kamen drei Männer – ein Hinweis auf Vater, Sohn und Heiliger Geist, denn Abraham erkannte sofort, dass ihm in ihnen Gott begegnete. Beim Essen verhieß Gott Abraham und Sara einen Sohn. Plötzlich veränderte sich der Sinn ihres Lebens. Ihr Leben bekam eine völlig neue Perspektive. Und das alles geschah an einem ganz normalen Arbeitstag.

Du und Jesus in deinem Alltag

Gott will sich auch in deinem Arbeitstag verherrlichen: im Büro, in der Küche, auf der Baustelle, im Krankenhaus, unterwegs. Wenn du abends müde nach Hause kommst. Wenn du dich hinsetzt und denkst: Es hat doch alles keinen Sinn. Vielleicht bist du entmutigt, du wolltest Gott dienen und du siehst kein Vorwärtskommen. Das tägliche Einerlei hat dich zermürbt. Gott kennt deinen Alltag und er sieht dein Herz. Er kommt, wenn du dich danach sehnst oder wenn du es gerade gar nicht erwartest. Er redet in deinen Alltag hinein, auf ganz unterschiedliche Weise: durch andere Menschen, durch ein Zeichen oder wenn du niedergeschlagen bist und die Bibel aufschlägst. Gott ist ein praktischer Gott. Er redet zu uns auch durch das, was wir jeden Tag sehen und hören, zum Beispiel in der Natur. Gott nutzt das Einfache, das Alltägliche.

Das Prinzip von Saat und Ernte

Wenn wir zum Beispiel Saat und Ernte betrachten, erkennen wir ein Prinzip Gottes. In solchen Beobachtungen spricht Gott zu uns im ganz normalen Leben. Wir wissen alle, dass Salat erst wachsen muss und Kirschen erst reifen müssen, bevor wir sie ernten und genießen können. Dasselbe gilt im geistlichen Leben. Viele Menschen sind entmutigt und bitter, weil sie nach dem Säen nicht sofort die Früchte sehen. Salat und Kirschen können uns lehren, geduldig zu sein und auf die Frucht zu warten.

Dasselbe gilt für die Geburt eines Kindes. Ein Mensch verbringt neun Monate im Mutterleib, bevor er geboren wird. Genauso lässt Gott in unserem Leben Dinge heranreifen, bis sie geboren werden. Wenn Gott dir etwas verheißen hat, kann es sein, dass es erst noch heranreifen muss. Vielleicht musst du erst etwas lernen oder dich verändern, bis du „reif“ genug bist für die Erfüllung des Versprechens. Eine Frühgeburt bei einem Kind macht uns Not. Die Ärzte müssen oft um dieses Leben kämpfen. Im übertragenen Sinne gilt: Wenn wir nicht warten können und zu früh starten wollen, kommt es zu einer geistlichen Frühgeburt und wir haben unsere Not damit. Gott will uns vorbereiten und unseren Charakter festigen, damit wir gute Frucht bringen.

Saat und Ernte, Geburt und Wachstum sind Prinzipien Gottes, die wir im Alltag beobachten können. Im täglichen Trott kann Gott uns durch solche Dinge begegnen. Wenn Gott auf diese Weise in unser Alltagsleben hineinsprechen kann, bekommt unser Leben eine andere Perspektive.

Gott im Beruf

Genau wie Gott den Menschen im Alten Testament begegnet ist, hat Jesus sich im Neuen Testament seinen Jüngern im Alltag offenbart. In Matthäus 17 lesen wir von der Tempelsteuer. Jesus und Petrus waren im Tempel und die Kassierer kamen auf Petrus zu und fragten: „Euer Meister, zahlt er keine Tempelsteuer?“ (Matthäus 17,24). Nach einem kurzen Gespräch sagte Jesus zu Petrus: „Damit wir ihnen keinen Anstoß geben, geh hin an den See und wirf die Angel aus, und den ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenstück finden; das nimm und gib’s ihnen für mich und dich.“

Petrus war Fischer und Jesus benutzte genau diesen Beruf, um Petrus zu zeigen, dass er auch über die Finanzen Herr war. Sie hatten kein Geld und die Pharisäer forderten die Steuer. Jesus hätte das Geld auch in seiner Tasche vermehren oder es anderwo hernehmen können. Doch er benutzte das, was für Petrus alltäglich war. Petrus war geübt im Fischen, es war sein Beruf und Jesus ging darauf ein und verherrlichte sich dadurch in Petrus’ Alltag. Für ihn war das bestimmt eindrücklicher, als wenn Jesus das vermehrte Geld aus seiner Tasche genommen hätte.

Öffne dein Herz

Genauso will sich Gottes Kraft in deinem Alltag verherrlichen. In dem, was um dich herum ist und geschieht. In deinem Berufsleben, in deiner Familie, in deinem Bekannten- und Freundeskreis. Erwarte in deinem Herzen, dass Gott dir begegnet im Alltagsleben. Mitten in deinem Frust. Mitten in deiner Mutlosigkeit. Mitten in deiner Einsamkeit.

Jesus war immer da, wo Alltägliches geschah. Jesus war da, wo finanzielle Not herrschte. Er war da, wo die Menschen hungerten und er fünftausend Menschen sättigte. Er war da, wo Krankheit und Gebundenheit wüteten und wir lesen oft: Er heilte und befreite sie. Er war da, wo Angst herrschte, etwa bei den Jüngern im Schiff auf dem stürmischen See. Er war da, wo Sorgen waren und begegnete ihnen.

Jesus ist auch bei dir in deinem Alltag. Egal was dich bedrückt oder wo du stehst, er will sich verherrlichen in deiner Situation. Erkenne es und sei bereit. Mach dein Herz auf und lass ihn wirken in deinem Leben.

Aus: Freude am Leben Nr. 12 | Dezember 2017

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