Glaubst du an Wunder? Daniel Müller lädt dich ein, deine Perspektive zu erweitern und deinen Glauben weit zu stecken.

Gottes Wunder geschehen – und zwar nicht an besonders heiligen Stätten, sondern da, wo sie gebraucht werden.

Ich las in der Bibel und nahm plötzlich die Perspektive wahr, dass Gott unendliche Möglichkeiten hat, Zeichen und Wunder zu tun. In Matthäus 17 sagt Jesus zu seinen Jüngern: Hätten sie nur einen Glauben groß wie ein Senfkorn gehabt, dann wäre die Veränderung geschehen. Ich musste an unseren Jahresvers im Missionswerk denken: „Was für Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!“ (Lukas 18,27). Ich stelle fest, dass wir uns oft vom Zeitgeist in eine bequeme christliche Ecke drängen lassen, in der wir gar keine Wunder von Gott mehr erwarten. Wir lassen uns christlich unterhalten und lernen in Predigten und Seminaren, mit unseren Problemen besser zu leben. Sehr Vieles davon ist auch gut und hilfreich – aber wie sieht es darüber hinaus aus? Haben wir noch den Glauben an Wunder? Sind wir überzeugt davon, dass Gott bewirken kann, was kein Mensch tun oder erklären könnte

Dein Haus der Wunder

Gott will in deinem Leben handeln. Dein eigenes Haus ist ein Haus der Wunder! Mit „dein Haus“ meine ich zweierlei: dein echtes Haus, deine Wohnung, der Ort, an dem du zu Hause bist. Und zum anderen dein geistliches Haus: du selbst – der Tempel des Heiligen Geistes. In dir lebt der, der Wunder tut! Das heißt: Das Wunder ist in dir. Und es ist da, wo du lebst. Wir lesen gerne Bücher, die von Wundern berichten. Wir freuen uns, wenn Menschen Wunder erleben. Aber wir brauchen unser eigenes Wunder. Du brauchst dein eigenes Wunder in deinem Haus, sodass du selbst sagen kannst: „Ich habe es erlebt!“

Was du im Gottesdienst über Wunder hörst und was du in der Bibel über Wunder liest – das gilt für dich zu Hause! Das gilt es umzusetzen und zu erleben. Wenn wir mit dem Auto fahren wollen, gehen wir nicht jedes Mal in die Fahrschule, sondern wir steigen ein und fahren los. Dasselbe gilt für unseren Glauben: Wir erleben ihn nicht nur in der Gemeinde, sondern in der Praxis, im Alltag. Jesus möchte, dass dein Haus ein Haus der Wunder ist. Wenn belastete Menschen zu dir kommen, möchte er, dass sie frei nach Hause gehen. Wenn zweifelnde Menschen zu dir kommen, möchte er, dass sie voller Hoffnung und Staunen über Gottes Größe dein Haus verlassen. Einfach nur, weil Gottes Wunder in deinem Haus wohnt.

Wunder, wo sie nötig sind

In der Bibel sind viele Wunder in den Häusern der Leute geschehen. In Apostelgeschichte 9 war eine tote Jüngerin, Tabita, im Haus in Lydda aufgebart. Petrus sagte dort zu ihr: „Tabita, steh auf“ – und sie stand auf. In Apostelgeschichte 12 lesen wir, dass Petrus verhaftet und ins Gefängnis geworfen wurde. Im Haus der Maria, der Mutter von Johannes-Markus, beteten die Gläubigen für Petrus’ Befreiung. Ein Engel führte Petrus aus dem Gefängnis. Petrus ging zu Marias Haus, klopfte an die Tür und musste feststellen, dass die Beter gar nicht glauben konnten, dass das Wunder geschehen war, für das sie gebetet hatten! Sie öffnete ihm anfangs nicht einmal die Tür. Erst als er nicht aufhörte zu klopfen, konnten sie das Wunder fassen.

In Apostelgeschichte 20 wird berichtet, dass Paulus in einem Haus in Troas lehrte. Als sich seine Predigt zu sehr in die Länge zog, schlief ein Junge auf der Fensterbank ein. Er fiel drei Stockwerke in die Tiefe und war tot. Paulus lief hinunter, nahm den Jungen in den Arm und dieser öffnete die Augen. Gottes Wunder geschehen dort, wo sie gerade gebraucht werden. Wunder springen nicht ein, wenn Menschen zu faul sind, selbst etwas zu tun. Wunder machen durch Gottes Liebe das Unmögliche für den Menschen sichtbar und möglich.

Ausstrecken nach Wundern

Immer wieder lesen wir, dass die Gläubigen damals Wunder in ihren Häusern erlebten: In Maria und Marthas Haus geschah das Wunder der Totenauferweckung, als ihr Freund Jesus ihren toten Bruder zurück ins Leben holte. Im Haus des Hautmanns von Kapernaum lag sein Diener und wurde von Jesus geheilt, obwohl er nicht einmal selbst hinging – der Glaube reichte aus. Im Haus des Synagogenvorstehers Jaïrus geschah das Heilungswunder der zwölfjährigen Tochter, als Jesus sie berührte, obwohl ihm die religiösen Vorschriften es verboten hätten. Wie oft hindert uns etwas, dass Wunder in unserem Haus geschehen! Doch wir können uns nach den Wundern in unserem Haus ausstrecken:

  • Mach dich frei: Oft stehen uns Stolz, Erfahrungen und Gewohnheiten im Wege. Bevor du ein Wunder erleben möchtest, wirf deinen Ballast ab, der dich hindert: Unglaube, Unvergebenheit, Furcht.
  • Riskiere etwas: Um einen Senfkornglauben zu entwickeln, braucht es Courage. Viele wünschen sich Wunder, aber kaum jemand riskiert etwas. Seit mutig. Wenn dich jemand niedergemacht hat, steh wieder auf. Sagt die Furcht: „Das Licht ist aus“, steh auf und scheine. Gelingt dir  heute nicht alles, versuche es morgen wieder!
  • Höre auf die richtigen Stimmen: Der Teufel wird dir 1.000 Gründe nennen, warum dein Wunder nicht funktionieren kann. Gib nicht auf, auch wenn alle schon aufgegeben haben. Wenn Menschen sagen: „Da kann man nichts ändern!“, sei gewiss, dass es einen Gott gibt.
  • Erwarte viel: Glaube nicht an die Dimension des Gewöhnlichen, sondern an die Dimensionen des Ungewöhnlichen – an Gottes Wunder. Gott begegnet Menschen, die ihm das Unmögliche zutrauen! In Markus 16,17 lesen wir: „Die Zeichen werden folgen denen, die da glauben.“ Dort steht nicht: Wunder werden Pastoren oder Seelsorger erleben. Nein, Zeichen geschehen, wo Menschen an sie glauben.

Gott ist größer als all das Chaos in der Welt. Strecke dich aus nach deinem persönlichen Wunder, deinem Unmöglich, das mit Gott möglich wird. Gott ist da, wo du gerade bist! Du musst ihn nicht an einem speziellen Platz suchen. Er ist in deinem Haus.

 

Daniel Müller, Leiter des Missionswerks

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