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Wie zeigt sich Gottes Liebe in unserem Leben, sodass andere Menschen sie sehen können? Isolde Müller hat praktische Tipps für dich.

Dankbar haben wir Gottes Liebe erkannt und angenommen. Doch wie geht es jetzt weiter? Jesus ist ja nicht für den Sonntagsgottesdienst auf diese Erde gekommen, sondern für unseren Alltag. Und Gottes Liebe gilt nicht nur uns. In 1. Timotheus 2,1-4 lesen wir, dass Gott will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Wer soll das bewerkstelligen? – Wir! In deinem und in meinem Leben sollen die Menschen die Wahrheit erkennen. Viele Christen stimmen dem vielleicht zu, doch sie wissen nicht, wie sie das umsetzen sollen. Wie zeigt sich Gottes Liebe in unserem Leben so, dass andere Menschen Gottes Liebe sehen können? Wie können wir Gottes Liebe leben?

Zusammen mit Jesus

Wir vergessen oft: Gott wohnt in uns durch den Heiligen Geist. Genauso, wie Jesus damals mit den Menschen gelebt hat, will er auch heute mit uns zusammenleben, damit wir mit ihm gemeinsam seinen Willen auf dieser Erde voranbringen. Die Menschen sollen das Evangelium sehen, wenn wir es leben. Es geht um die Bereitschaft anzupacken! Jetzt sagst du vielleicht: „Ich steh ja nicht vorne mit einem Mikrofon und bin gar nicht ausgebildet.“ Aber darum geht es nicht. Gott hat verschiedene Dienste eingesetzt: „die einen als Apostel … und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer.“ Ihre Aufgabe? Die „Ausrüstung der Heiligen!“

Wir werden Heilige genannt, wenn wir Jesus in unser Leben aufgenommen haben. Und dazu gehörst du! Die Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer rüsten alle anderen aus, damit sie sich für das Reich Gottes einsetzen können. Du darfst dich ausrüsten lassen, damit die Menschen um dich herum zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wenn sie dein Leben sehen! Du bist berufen, Menschen durch dein Leben das Evangelium zu zeigen. Das braucht gar nicht immer viele Worte. Zeige es durch dein Verhalten. Vergib, wo es nötig ist. Habe Hoffnung in schwierigen Zeiten. Sei ein Friedensstifter. Du bist das Programm Gottes in dem, was du sagst und was du tust. 

Mitten unter Menschen

Jesus hat es uns vorgemacht. Es war immer in Gegenwart von Menschen. Jesus hat nicht gesagt: Kommt einmal in der Woche in die Synagoge – und das war’s. Er hat sich auch nicht nur ab und zu bei den Leuten sehen lassen. Viele Berichte der Bibel beschreiben, wie er bei den Menschen auf der Straße, auf dem Feld oder am Brunnen war und mit ihnen sprach. Auch du bist mitten unter den Menschen in deinem Umfeld. Da, wo Gott dich hingestellt hat: in deiner Familie, bei deinen Freunden, Nachbarn und Arbeitskollegen – und bei jedem anderem, der dir begegnet. Jesus war vor allem im Alltag bei den Menschen. Er hat sie geliebt, wertgeschätzt und ihnen vergeben. 

Welche Werte lebst du?

Verlässlichkeit

In der Bibel steht: Dein Ja sei ein Ja! Ist das so in deinem Leben? Können Menschen auf dein Wort zählen? Gilt das, was du versprichst?

Respekt

Die Menschen sind Jesus nachgelaufen. Warum? Weil er ihnen gedient hat und sie respektvoll und voller Liebe behandelt hat. Außer die Pharisäer. Denen hat er manchmal gehörig die Meinung gesagt, denn sie meinten, alles besser zu wissen, sie handelten heuchlerisch und unehrlich und redeten nur schlecht über Jesus. Das hat Jesus verurteilt und das verurteilt er auch bei uns, wenn wir so handeln. Es geht gar nicht darum, ob wir recht haben oder nicht. Schlecht reden hat mit Christsein nichts zu tun. Jesus hat uns vorgelebt, Respekt und Wertschätzung zu zeigen.

Wohlwollen

Wie nimmst du persönlich Einfluss auf Menschen? Auf Menschen, die nicht so sind, wie du es gerne hättest? Menschen, die das Falsche tun? Schaffe eine Kultur der Liebe und Freundlichkeit in deiner Umgebung, anstatt jedem zu sagen, was er falsch macht. Die Menschen kennen ihre Fehler und wissen, was sie falsch machen. Das braucht man ihnen nicht jeden Tag zu sagen.

Ehrlichkeit

Jesus kritisiert bei den Pharisäern Unehrlichkeit und Heuchelei – d.h. wenn man jedem nur sagt, was er hören will. Begegnest du anderen in Wahrhaftigkeit?

Vergebung

Gottes Liebe weiterzugeben, bedeutet auch, anderen zu vergeben. Jesus hat es uns vorgemacht. Er hat niemandem seine Schuld nachgetragen. Wie hältst du es mit Menschen, die dir unrecht tun? Ist dein Herz vergebungsbereit? 

Menschen erreichen

Die Menschen sollen das Evangelium sehen, wenn wir es leben. 

  • Statt bösem Reden – Vergebung und Freundlichkeit. 
  • Statt Ablehnung – Liebe und Verständnis. 
  • Statt Verurteilung – Barmherzigkeit und Hilfe. 

 

Mit Barmherzigkeit und Liebe erreichen wir die Welt. Jesus hat jedem Menschen Barmherzigkeit entgegengebracht und uns vorgelebt, wie man auf diese Weise Menschen erreicht. Eines Tages führte ihn sein Weg nach Samaria, ein Gebiet, das Juden damals mieden, weil Juden und Samaritaner verschiedene religiöse Vorstellungen hatten und nicht miteinander klarkamen. An einem Brunnen sah Jesus eine Frau und sprach sie an (Johannes 4).

Schon da begann die außergewöhnliche Liebe und Barmherzigkeit von Jesus, sichtbar zu werden. Denn eigentlich durfte er gar nicht mit einer Frau sprechen. So lauteten die Regeln und Traditionen damals. Seine Jünger wunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch keiner traute sich zu fragen, warum er das tat.

Manchmal müssen wir unsere Traditionen und Regeln über Bord werfen und Menschen einfach Liebe und Barmherzigkeit entgegenbringen. Und Jesus zeigte noch größere Wertschätzung, als er die Frau um etwas zu trinken bat. Das war total außer der Reihe! Indem er mit ihr sprach und sie um etwas zu trinken bat, nahm er sie als Person auf Augenhöhe wahr. Er lehnte sie weder als Frau noch als Samaritanerin ab.

Zwischen ihnen entwickelte sich ein Gespräch über das Wasser aus dem Brunnen und über das lebendige Wasser, das Jesus ihr geben wollte. „Dann gib mir dieses Wasser“, bat ihn die Frau, „damit ich nie mehr durstig bin und nie wieder herkommen und Wasser holen muss.“ Doch Jesus erwiderte: „Geh und ruf deinen Mann.“ Jesus konfrontierte sie mit ihrer Schuld, denn nach fünf anderen Männern lebte sie nun unverheiratet mit dem sechsten zusammen. Es entwickelte sich ein Gespräch über Anbetung. Wie erstaunlich!

Es gab keine Schuldzuweisung, keine Anklage, kein negatives Wort. Sondern Jesus zeigte Barmherzigkeit – einem Menschen, mit dem er eigentlich nicht einmal sprechen durfte. Die Frau war so überwältigt und perplex, dass sie alles stehen und liegen ließ, in die Stadt rannte und allen Leuten erzählte, möglicherweise habe sie gerade den Messias getroffen.

Was wäre wohl geschehen, wenn Jesus sie angeklagt hätte, für das, was sie alles falsch gemacht hatte? Die Frau wäre mit der ganzen Last ihrer Schuld beschämt nach Hause gegangen und hätte sich vielleicht nicht mehr herausgetraut, solange Jesus in der Nähe war. Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Viele Leute aus dieser Stadt begannen allein deshalb an Jesus zu glauben, weil die Frau überall erzählt hatte: ‚Dieser Mann weiß alles, was ich getan habe’“ (Johannes 4,39). 

Schlüssel zu Menschen

Jesu Wertschätzung hat ihm Türen geöffnet, dass ihm die Menschen in dieser Stadt zuhörten. Seine Barmherzigkeit führte dazu, dass fast die ganze Stadt zu Jesus kam. Diese Geschichte ist ein Schlüssel dafür, wie wir Menschen erreichen. Nach diesem Beispiel müssen wir unseren Alltag leben, um Menschen zu gewinnen.

Lieben, wertschätzen und vergeben – in vielen anderen Geschichten von Jesus sehen wir dasselbe Prinzip. Sei bereit, diese Werte von Jesus in deinem Leben anzupacken! Lebe verlässlich und respektvoll, wohlwollend, wahrhaftig und vergebungsbereit in deinem Alltag, in deinem Umfeld, bei den Menschen, die dir begegnen. Lebe Gottes Liebe!

Isolde Müller, Leiterin des Missionswerk Karlsruhe

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