Eine gesunde Seele macht uns stark

Beim Stichwort „Heilung“ kommen den meisten von uns sofort körperliche Krankheiten wie Krebs oder Rückenschmerzen in den Sinn. Isolde Müller zeigt, wie wichtig eine gesunden Seele ist.

Geist, Seele und Leib sind nicht voneinander zu trennen. So haben wir uns entschlossen, für die Heilungstage 2021 den Schwerpunkt auf die Seele zu legen.  Unsere Seele umfasst unseren Verstand, unseren Willen und unsere Emotionen. Was wir denken und beabsichtigen, was wir uns wünschen und wie wir uns fühlen, geschieht in unserer Seele. 

Ewige Perspektive

Anders als unser Körper, den wir sehen und spüren, schenken wir unserer Seele oft nicht viel Aufmerksamkeit, obwohl sie eine große Auswirkung auf unser Leben und Wohlergehen hat. Aus Sicht der Ewigkeit ist sie sogar noch wichtiger als der Körper. In Matthäus 10,28 bekommen wir einen Eindruck davon. In diesem Kapitel unterweist Jesus seine Jünger und erklärt ihnen:

„Habt keine Angst vor den Menschen, die zwar den Körper, aber nicht die Seele töten können! Fürchtet vielmehr Gott, der beide, Leib und Seele, dem ewigen Verderben in der Hölle ausliefern kann.“

 Was in unserer Seele vor sich geht, ist sehr versteckt, sodass es niemand sieht. Wir können vieles vortäuschen. Doch letztendlich kommt es darauf an, wie es wirklich in der Seele aussieht. Niemand kann sie töten, aber Gott wird sie einmal begutachten und auf sein Urteil kommt es an. Darum ist es wichtig, dass unsere Seele unter seiner Herrschaft steht und im Einklang mit ihm ist. 

Doch nicht erst im Jenseits spielt die Seele eine Rolle. Schon jetzt verspricht Gott, sich um unsere Seele zu kümmern. In Matthäus 11,28 lesen wir, wie Jesus zu den Menschen sagte:

„Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.“

Jesus sieht die Mühsal und Last unserer Seele. Denn egal, womit du beladen bist oder womit du Mühe hast, es belastet dich. Du trägst eine Bürde mit dir herum, die niemand sieht. Jesus verspricht: Ich werde dir Ruhe geben! An anderer Stelle spricht er von Frieden:

„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch.“

Johannes 14,27

Jesus schenkt dir Frieden für deine Seele, für dein Leben. Wenn du Frieden hast, dann ist deine Seele ruhig.

Seelische Ursachen

Körperliche Krankheiten und Schmerzen drängen sich in den Vordergrund, doch manchmal kann die Seele die Ursache dafür sein. Man spricht von psychosomatischen Beschwerden, wenn psychische (psyche = Seele) Einflüsse auf somatische (soma = Körper) Vorgänge einwirken. 

Unsere Sprache kennt Redewendungen wie „Ärger in uns hineinfressen“, wenn wir permanenten Groll unterdrücken. Dann entsteht ein großer Druck, der sich irgendwann in körperlichen Beschwerden entladen kann. Oder „etwas schlägt uns auf den Magen“. Das kann zu Appetitlosigkeit führen oder auch zum Gegenteil: zu Esssucht. Die Folgen sind Unwohlsein oder sogar Magengeschwüre, Herzrasen, Bluthochdruck und andere Beschwerden. 

Seelische Einflüsse führen zu körperlichen Auswirkungen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns auch um unsere Seele kümmern. Johannes schreibt an seinen Freund Gajus:

„Ich hoffe, dass es dir gut geht und du an Leib und Seele so gesund bist wie in deinem Glauben.“

3. Johannes 2

Leib und Seele und der Glaube gehören zusammen. Oft schenken wir unserem Seelenleben erst dann Aufmerksamkeit, wenn es solche körperlichen Auswirkungen hat, etwa weil uns Sorgenpakete das Leben schwer machen. Wir liegen nachts im Bett und das ganze Räderwerk in unserem Kopf ist in Bewegung. Je mehr wir uns mit den Problemen beschäftigen, desto größer werden die Sorgenberge. Sie wachsen über Nacht! Das führt nicht nur zu Schlaflosigkeit, sondern kann viele verschiedenen Auswirkungen haben: innere Unruhe, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und zuletzt kann es in Depressionen führen. Wir fühlen uns wie in einer dunklen Blase, aus der wir nicht herauskommen. Jesus gibt uns dazu guten Rat:

„So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.“

Matthäus 6,34

Was bringt uns das Sorgen? Nichts! Stattdessen kann es uns krank machen. Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen um die Zukunft, weil der Vater sich um uns kümmert. Manchmal beschäftigen uns Gedanken wie: Wo soll das enden, wenn das so weitergeht? Wie soll das werden? Doch wir dürfen unsere Sorgen auf Jesus werfen, damit wir frei werden von solchen Lasten. Lass alles los, was dich sorgt – Jesus hat eine Lösung dafür!

Ein fröhliches Herz

Neben unseren Emotionen gehört auch unser Denken in den Bereich der Seele. Auch unsere Gedanken spielen für unsere Gesundheit eine Rolle – denn aus ihnen entstehen alle unsere Handlungen. Doch dazwischen steht unsere Entscheidung: Verwerfen wir den Gedanken oder folgen wir ihm? 

Denn natürlich sind nicht alle Gedanken gut und richtig. Falsche Gedanken können zum Beispiel sein: „Ich bin nichts wert.“ – „Keiner mag mich.“ – „Das ist alles meine Schuld.“ – „Mein Leben ist nur trübe.“ Solche Gedanken können uns auf Dauer krank machen. Davon lesen wir schon in Sprüche 17,22:

„Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein niedergeschlagener Geist dörrt das Gebein aus.“ 

Wie bekommen wir ein fröhliches Herz für gute Besserung? Durch gute Gedanken! Das können Gedanken der Ermutigung durch Gottes Zusagen sein, Gedanken des Vertrauens auf Jesus oder Gedanken der Hoffnung: „… die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist“ (Römer 5,5). Ein fröhliches Herz entsteht durch die Hoffnung auf Gottes Verheißungen und durch die Liebe Gottes, die alles verändert.

Worte bedenken

Aus dem Denken folgt auch unser Reden. Was wir denken und meinen, prägt unsere Worte. Interessant ist, was Jesus in Markus 11,23 seine Jünger dazu lehrt:

„Ich versichere euch: Wenn ihr glaubt und nicht im Geringsten daran zweifelt, dass es wirklich geschieht, könnt ihr zu diesem Berg sagen: ‚Hebe dich von der Stelle und stürze dich ins Meer!‘, und es wird geschehen.“

Interessanterweise spricht Jesus hier davon, was wir zu dem Berg „sagen“. Das überlesen wir oft, aber es ist wichtig, denn Worte sind mächtig: „Was einmal ausgesprochen ist, fällt auf dich zurück – sei es nun gut oder schlecht. Worte haben Macht: Sie können über Leben und Tod entscheiden“ (Sprüche 18,20-21Hfa). Glaubst du, was du sagst? Glaubst du, was du betest? Wenn du nicht zweifelst und glaubst, was du sagst, wird es geschehen. 

Das gilt im Guten wie im Schlechten. Negative Worte blockieren Gott zum Handeln. Negative Aussagen oder Festlegungen können uns unser ganzes Leben lang behindern. Ich höre manchmal Menschen sagen: „Meine Mutter hatte diese und jene Krankheit, ich bekomme sie bestimmt auch!“ Das ist eine Aussage und eine Festlegung, die steht. Vergessen wir nicht: Worte haben Macht und was einmal ausgesprochen ist, fällt auf uns zurück. Deshalb entmachte Aussagen, in denen du etwas festgelegt hast in deinem Leben. Sprich aus, dass du von jeder Erbkrankheit abgeschnitten bist durch das Blut Jesu. Keine Erbkrankheit hat Macht über dich, weil Jesus jede Krankheit am Kreuz entmachtet hat. Worte haben Macht, deshalb rufe nicht Dinge herbei, die Jesus besiegt hat am Kreuz.

David wusste ebenfalls von der Macht der Worte. In Psalm 141,3 betet er:

„Bestelle, Herr, eine Wache für meinen Mund! Wache über die Tür meiner Lippen!“

David hat genau verstanden, worauf es ankommt. Das sollte auch unser Gebet sein. Ebenso wie ein Wache für unsere Worte brauchen wir eine Wache für unsere Seele, für unseren Verstand, unseren Willen und unsere Emotionen, damit es uns gut geht.

Platz am Kreuz

Wie gehen wir aber damit um, wenn Verstand, Wille oder Gefühle von innen oder außen negativ attackiert werden? Wir können uns nicht davor schützen. Wir können nicht dafür sorgen, dass wir keine Angriffe erleben. Wir alle stehen mitten im Leben. Doch es liegt an unserer Entscheidung, wie wir mit Attacken umgehen.

Das Gute ist: Jesus weiß genau, wie wir uns in einer solchen Situation fühlen. Er hat selbst Angriffe erlebt: Er wurde verlacht und verspottet, geschlagen, missverstanden, angeklagt, als Beelzebub bezeichnet und musste seinen Willen dem Vater unterordnen. Letztendlich hat er das Kreuz auf sich genommen und sein Leben gelassen. Wofür? Dafür, dass du das alles nicht mehr auf dich nehmen musst! Dass deine Seele gesund sein kann. Alles, was du erlebst, hat er schon mit ans Kreuz genommen: deine Verletzungen, wenn du dich missverstanden, missbraucht, missachtet, angeklagt, schuldig, hintergangen fühlst. Alles, was dir passiert ist, hat er schon ans Kreuz getragen. Du kannst alles loswerden, wenn du möchtest. 

Es gibt ein altes Lied, in dem es heißt: „Am Kreuz ist noch Raum für dich …“ Die Realität ist das, was du erlebt hast. Aber die Wahrheit der Bibel lautet: Am Kreuz ist noch Raum für dich! An diesem Kreuz kannst du alles abladen. Hier wirst du los, was deine Seele beschwert oder was dich krank gemacht hat. Manche Dinge muss man aufarbeiten und es ist ein Prozess, aber es ist wichtig, dass man sie loslässt. Entscheide dich, sie abzugeben. Jesus möchte deinen Schmerz heilen, er möchte deine Seele heilen. Er hat niemanden weggeschickt, der zu ihm kam. Er möchte dich wiederherstellen – und zwar an Geist, Seele und Leib!

Isolde Müller,  Missionswerk Karlsruhe

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