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Vieles, was zuvor funktioniert hat, funktioniert gerade nicht mehr. Verkriechen wir uns oder leben wir kraftvoll? Mit dieser Frage fordert uns Daniel Müller heraus.

Viele stehen vor einem Scherbenhaufen und vor heftigen Herausforderungen. Wir erleben einen radikalen Schnitt von gewohnten Abläufen und Wohlstand. 

Wie es weitergeht – darauf gibt es auf der ganzen Welt keine brauchbaren Antworten. Greifen wir doch mal zu dem Buch, auf dem „Bibel“ steht. Darin lesen wir, dass es zu damaliger Zeit schon öfter ähnliche Situationen gab. Und wir entdecken: In jeder Krise liegt das Potenzial für NEUES! 

Auf ins verheißene Land

Wir starten durch in ein neues Zeitalter! Mich erinnert das an den Übertritt ins verheißene Land der Israeliten. 40 Jahre lang waren sie das Leben in der Wüste gewohnt gewesen. Ohne selbst etwas anzubauen und zu ernten, hatten sie die endlose Versorgung von Gott erlebt. Das war nun vorüber. Nun galt es für diejenigen, die es wollten, Kanaan einzunehmen, das Land, das Gott ihnen versprochen hatte (1. Mose 13,15). In dem Land, das „von Milch und Honig überfloss“, gab es auch ein Jericho, das sie erst einnehmen mussten. Und sie mussten hart arbeiten, um sich zu versorgen. Auch das von Gott versprochene Land war nicht Mallorca in der Hängematte mit einem Cocktail auf dem Tisch. 

Ganz ähnlich erkennen wir, dass nicht alles leicht ist. Wir Menschen haben uns vieles zum Götzen gemacht, haben es also lieber als Gott. Wer sich von Wohlstand, Fußball, Shoppen, Religiosität oder Ähnliches als zentraler Lebensqualität abhängig gemacht hatte, ist in ein Loch gefallen. 

Die ganze Welt wurde durch ein Virus geschüttelt, aber wir haben die Chance, uns zu entscheiden, ob wir den Schritt in das Neue wagen oder versuchen wollen, im Kokon zu bleiben. Das allerdings wird nicht funktionieren. Für jeden Schmetterling kommt die Zeit, in der er seinen gewohnten Kokon verlassen und zu seiner Bestimmung fliegen muss. Ganz ähnlich bricht für uns ein neues Zeitalter an und wir sind dabei, das Gewohnte und Geschützte zu verlassen. Wir kommen in etwas Neues hinein und wissen noch nicht, was auf uns zukommt. Aber wir wissen, wer mitkommt und das ist viel wichtiger!

Vielleicht stellst du dir die Frage, weshalb du in dieser Zeit mit all dem Schweren leben musst. Die Antwort lautet: Gott traut es dir zu und schenkt dir die Ausrüstung, die du dafür brauchst. Manches, was die Israeliten in Ägypten und in der Wüste gewohnt gewesen waren, hatte im verheißenen Land nun keine Bedeutung mehr. Im verheißenen Land galt nicht mehr die Wüstenmentalität. Doch sie erreichten das Land, das Gott für sie ausgesucht und vorbereitet hatte. Genauso ist jede Krise eine Möglichkeit aufzustehen und durchzubrechen! Wir betreten eine neue Zeit und ein neues Gebiet. 

Berufen wie Mose

Mir gefällt die Bibel auch deshalb, weil sie nicht nur Helden und Erfolge präsentiert, sondern verschiedene Menschen zeigt, die Gott formen wollte, obwohl sie Fehler machten. Einer davon war Mose. Gottes Gedanke für das Leben von Mose war, dass er ein Befreier sein sollte. Mose wurde geboren und sollte gleich umgebracht werden. Die Tochter Pharaos rettete ihn und zog ihn auf. Er tötete einen Ägypter, heiratete und war mit seinem Schwiegervater Jethro in der Wüste. Sein Business waren Schafe und Ziegen. Dann war da der Busch, den er kannte, da es hier ja eh nur eine Handvoll gab. Der brannte und brannte und verbrannte nicht. Gott selbst kam in die Wüste zu Mose, um ihn in seine Befreiungsberufung zu führen. Gott sagte: „Ich möchte, dass du mein Sprachrohr bist.“ In 2. Mose 3-4 lesen wir, dass Mose erklärte warum nicht funktionieren konnte, was Gott mit ihm vorhatte: „O Herr, ich stottere.“ Gott antwortete darauf nicht: „Ach ja, das habe ich vergessen.“ Gott sagte aber auch nicht: „Ich heil das schnell.“ Er wollte, dass Mose ihm glaubte, dass das, was er Mose zutraute und für das Mose geboren worden war, auch funktionierte. Ganz ehrlich: Hast du auch schon zu Gott gesagt, was alles nicht geht, weil …?

Den Auftrag erkennen

Mose fand weiter Ausreden: „Keiner wird auf mich hören, niemand wird mir folgen, keiner wird mir glauben, dass du mich gesandt hast! Ach, Herr, sende doch lieber einen anderen!“ (2.Mose 4,1-13). Mit dem Mund, den Gott geschaffen hatte, sagte Mose: „Nein, das, was mein Schöpfer mir zutraut, kann ich nicht!“ Mose zweifelte an der DNA, die Gott in ihn hineingelegt hatte. Selbst nach 40 Jahren Wüste waren noch Zweifel da. Als wieder Wasser fehlte, sagte Gott zu Mose: „Rede mit dem Felsen.“ Doch Mose hielt sich an das Rezept, das schon immer funktioniert hatte, und schlug stattdessen auf den Felsen.

Und da sind wir zurück beim Anfangsproblem: Wieder wollte Mose nicht seinen Mund für Gottes Auftrag gebrauchen lassen: „Ich kann es nicht richtig ausdrücken, wenn ich stottere, werden die Leute mich auslachen …“ Wie Mose handelte, war ein Teil-Gehorsam. Jeder Teil-Gehorsam hat aber automatisch einen Teil Ungehorsam in sich. Nach alldem, was Mose erlebt hatte, zweifelte er trotzdem, seinen Mund von Gott gebrauchen zu lassen – und das raubte ihm das verheißene Land. 

Kennst du deinen Auftrag, den Gott dir gegeben hat? Dann führe ihn aus und zweifle nicht! Wenn wir unsere Berufung nicht leben, kann uns das von unserem Lebensziel fernhalten. Wenn Gott dich anschaut, sieht er das ganze Bild von dir – und nicht nur deinen aktuellen Zustand. Und vor allem: Er sieht dein ganzes Potenzial in Kombination mit dem Heiligen Geist. Und wenn er im Spiel ist, gibt es kein Limit. Ein neues Zeitalter hat begonnen. Betrachte es mit den Augen des Glaubens und nicht mit den Augen der Medien. Ja, es ist manchmal unbequem, Gottes Willen zu tun, aber es setzt den Himmel auf der Erde frei. Vielleicht sagst du: „Ich vernehme Gottes Stimme nicht mehr.“ Dann suche vermehrt Gottes Gegenwart. Er lässt sich von denen finden, die ihn suchen! 

Was tust du?

Die ganze Welt wird gerade geschüttelt. Was tun wir? Warten wir, was passiert oder kommen wir in unsere Berufung hinein? Leben wir kraftvoll und in Freude und Frieden, wie es unsere Bestimmung ist? Vergiss nicht: Die Wüste ist nur ein Ort der Veränderung, nicht dein von Gott bestimmter Wohnort! Bleibe nicht an dem Platz stehen, der nur zum Lernen für dich vorgesehen war. Erlaube, dass Gott durch dich spricht!

Für Mose war das Wasser-Fels-Erlebnis ein weiterer Tag in der Wüste. Für Gott war es die Entscheidung in ein neues Zeitalter – ohne Limit für Mose. Die Herrlichkeit Gottes möchte durch dich in die Gesellschaft hineinstrahlen. Nimm deine alte Wüste nicht in die neue Zeit. Wenn du deinen Mund mit den Ideen Gottes füllen lässt, wird Großes geschehen! In Psalm 81,10 lesen wir: „Tue deinen Mund weit auf, ich will ihn füllen.“ Was du sprichst mit deinem Mund, ist ein Schöpfungsakt. Deine Worte setzen das in Kraft, was du aussprichst. Du bringst Veränderung in deine Umgebung! 

Daniel Müller, Leiter des Missionswerk Karlsruhe

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