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Wir alle erleben Situationen, in denen wir uns entscheiden müssen, ob wir uns anpassen oder ob wir Jesus nachfolgen. Lass dir von Isolde Müller zeigen, wie wir gottgefällig leben können.

Der Herbst ist da. Der Wind wird kühler, die Blätter fallen und an den Bäumen strahlt das Laub in den prächtigsten Farben. Wer darauf achtet, kann in den Parks und Wäldern jedes Jahr dasselbe Phänomen beobachten: Nicht alle Bäume werfen gleichzeitig ihre Blätter ab. Während die einen Arten schon gelbe oder rote Blätter haben, sind andere noch grün und wieder andere schon fast kahl. Nadelbäume behalten sogar den ganzen Winter ihr Grün. Nur weil die Laubbäume sich färben, tun die Nadelbäume das noch lange nicht. Ihre Nadeln werfen sie nicht ab.

„Seid nicht gleichförmig dieser Welt“, lesen wir in Römer 12,2. Andere Übersetzungen formulieren:

„Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an.“

 

So wie Tannen und Fichten nicht den Laubbäumen nacheifern, sondern ihr grünes Nadelkleid behalten, sollen wir uns nicht am Verhalten und den Gewohnheiten der Welt orientieren, sondern unser Denken neu ausrichten lassen: „Werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes“, heißt es weiter, „dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Erneuerung des Sinnes heißt, eine Kehrtwende machen. Als Christen sollten wir anders sein als die Menschen, die Jesus nicht kennen. Unser Herz soll verändert werden, damit wir beurteilen können, was Gottes Wille ist. 

Ein ganzer Baum

So wie eine Buche oder Birke im Herbst nicht nur einen Teil ihrer Blätter abwerfen kann, können wir nicht ein bisschen Christ sein. Es gibt keine halben Christen. Entweder – oder. Manche versuchen, auf beiden Seiten zu leben: Gott zu gefallen und gleichzeitig auch den Menschen. Paulus schreibt jedoch an die Galater: „Rede ich den Menschen nach dem Munde, oder geht es mir darum, Gott zu gefallen? Erwarte ich, dass die Menschen mir Beifall klatschen? Dann würde ich nicht länger Christus dienen“ (Galater 1,10). Paulus weist hier darauf hin, dass wir nicht „zweigleisig“ leben können. Entweder sind wir auf Zustimmung der Menschen aus oder wir leben nach Gottes Gefallen. Menschengefälligkeit ist eine Festlegung für Kompromisse. Man macht mit, weil man nicht Nein sagen will, oder reiht sich ein in zweifelhaftes Tun, weil man nicht auffallen will. 

Menschengefälligkeit ist auf die Frage ausgerichtet: Was denken andere über mich? Bin ich gut angesehen? Dabei geht es doch gar nicht darum, was andere denken könnten. Meist denken sie ohnehin nicht das, was wir meinen. Als Christen geht es uns um den, der unser Innerstes kennt. Paulus schreibt:

„Wir reden nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.“ – 1. Thessalonicher 2,3 

 

Wir alle erleben Situationen, in denen wir uns entscheiden müssen, ob wir aufrichtig sind, ob wir zu Jesus stehen oder ob wir etwas sagen oder tun, um Menschen zu gefallen. Wenn alle schlecht über eine Nachbarin reden und sie meiden, sind wir aufgefordert, sie zu lieben. Wenn Freunde bei Steuern oder Handwerkern tricksen, sollen wir dennoch ehrlich bleiben. Wenn andere uns auffordern, mit ihnen die Unwahrheit zu sagen, können wir nicht mitmachen, denn die Lüge passt nicht zu Jesus. Hänge deine Fahne nicht nach dem Wind, sondern lebe in Aufrichtigkeit. Steh zu dem, was du entschieden hast: ein Kind Gottes zu sein, ohne Kompromisse. 

Ehre bei Gott

Johannes berichtet in seinem Evangelium darüber, dass sogar einige der jüdischen Führungspersönlichkeiten begannen, an ihn zu glauben. Sie scheuten sich aber, es zuzugeben und wollten sich nicht öffentlich zu Jesus bekennen. Der Grund war ihre Menschengefälligkeit. Sie fürchteten sich vor den Pharisäern. Johannes beschreibt ihre Einstellung kurz und knapp: „Sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott“ (Johannes 12,43). Ihr Ansehen und ihre Anerkennung bei Menschen waren ihnen wichtiger als ihr Glaube an Jesus.

Was lieben wir mehr: die Ehre bei Gott oder die Ehre von Menschen? Diese führenden Männer erkannten zwar, dass Jesus derjenige war, für den er sich ausgab, aber sie hatten Angst vor Menschen. Sie hatten Angst, dass sich ihr Leben verändern würde und ihnen nicht mehr die Ehre erwiesen wurde, die sie als hochgestellte Persönlichkeiten bekamen. Sie hatten Menschenfurcht. Wenn wir Angst haben, was Menschen über uns denken oder sagen, werden wir menschengefällig.

Dasselbe Problem wird uns in 1. Samuel 15 von König Saul berichtet. Die Meinung des Volkes war ihm wichtiger als Gottes Gebote und immer waren die anderen schuld. Saul hatte sich einige Male über das hinweggesetzt, was Gott durch ihm durch den Propheten Samuel gesagt hatte. Als Samuel ihm seinen Ungehorsam vorhält, reagiert Saul erst einmal einsichtig und bekennt: „Ich habe gesündigt und dem Befehl des Herrn nicht befolgt.“ Und er nennt auch den Grund dafür: „Ich hatte Angst vor dem Volk und tat, was es verlangte.“

Was Menschen sagten, war ihm wichtiger gewesen als Gott. Samuel erklärt ihm, dass ihm das Königtum deshalb genommen werde. Wieder zeigt Saul sich einsichtig und sagt: „Du hast Recht, ich habe mich schuldig gemacht.“ Doch so schnell gibt er seine Menschengefälligkeit nicht auf, sondern bittet Samuel: „Bitte erweise mir vor den Ältesten meines Volkes und vor ganz Israel die gebührende Ehre!“

Saul erfährt gerade, dass ihm das Königtum genommen wird und das Erste, wonach er verlangt, ist Ehre von Menschen! Wie wichtig war ihm offenbar die Anerkennung und wie unwichtig war ihm Gott. Er macht gerade so weiter, als wäre nichts geschehen. Er verlangt von Samuel, dass er ihm vor den Ältesten und dem Volk Achtung erweise. Dann will er zum Altar gehen und Gott anbeten. Zu Samuel sagt er: „Komm mit mir, damit ich den Herrn, deinen Gott anbete.“ Es war nun „dein“ Gott, nicht mehr „sein“ Gott.

Die Ehre von Menschen stand für ihn vor Gott und er missachtete Gottes Willen. Wir wissen, wie die Geschichte Saul endete: David wurde sein Nachfolger auf dem Thron – ein Mann nach dem Herzen Gottes! Für ihn stand Gott an erster Stelle. David hat auch Fehler gemacht, doch er hat Gott geehrt und seine Fehler bereut und Gott um Vergebung gebeten. Saul hat Menschenehre gesucht und menschengefällig gelebt. 

Ein ungeteiltes Herz

Wir sind aufgerufen, Gottes Ehre zu suchen und nach seinem Gefallen zu leben – in unseren Worten und in unseren Taten. Es genügt nicht, dass Saul am Altar nur Gott anbeten will, sein Handeln aber eine ganz andere Sprache spricht. Gott wünscht sich, dass wir ihm mit unseren Worten, aber auch mit unseren Entscheidungen und unserem Tun die Ehre geben. In Jesaja 29,13 lesen wir: „So spricht der Herr: Dieses Volk gibt vor, mich zu ehren – doch sie tun es nur mit den Lippen, mit dem Herzen sind sie nicht dabei.“ Hier lesen wir, worauf es Gott ankommt: auf unsere Herzenshaltung! Gott lässt sich nicht von unseren Worten beeindrucken oder wenn wir nur so tun als ob.

„Unser Lebensstil spricht mehr als tausend Worte.“

 

Und noch etwas verurteilt Gott in diesem Vers, wenn er den Israeliten vorwirft: „Ihre Frömmigkeit beruht nur auf Vorschriften, die Menschen aufgestellt haben.“ Unser Christsein sollte nicht aus selbstgemachten Anordnungen bestehen. Vielleicht will dir jemand einreden, dass du ein schlechter Christ bist, wenn du irgendwelche Vorschriften nicht einhältst. Das ist überhaupt nicht das, was Gott für uns will. Er will, dass wir Freude haben an ihm und an unserem Leben. Er will an unserem Leben teilhaben und nicht ausgeklammert sein während der Woche oder in bestimmten Teilen unseres Lebens. Er möchte, dass wir ihn von Herzen ehren mit dem, was wir sonntags und im Alltag tun und sagen.

Ein Zitat besagt: „Predige das Evangelium zu jeder Zeit und wenn nötig, benutze Worte.“ Das ist eine tiefgründige Aussage, die sehr wahr ist. Wie wir uns verhalten, ist eine Predigt für unsere Mitmenschen. Unser Lebensstil spricht mehr als tausend Worte. Lebe dein Leben so, dass man Jesus in dir sieht!

Isolde Müller, Leiterin des Missionswerk Karlsruhe

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