Erkennen unsere Mitmenschen Gott in uns? Daniel Müller zeigt uns, wie wir Träger seiner Gegenwart sein können und das lebendige Wasser von uns zu anderen fließt.

Am letzten Tag, dem Höhepunkt des großen Festes, trat Jesus wieder vor die Menschenmenge und rief laut: „Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! Wer mir vertraut, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt: Von ihm wird Leben spendendes Wasser ausgehen wie ein starker Strom.“ (Johannes 7,37-38)


Jesus spricht in Jerusalem im Tempel diesen Satz, den bis heute viele nicht verstehen. Wie kann aus denen, die glauben, „Leben spendendes Wasser“ fließen?

Totes wird lebendig

Im Alten Testament war der Tempel aus Stein das Zentrum der Gegenwart Gottes. Im Tempel wurde er nicht nur verehrt, sondern Gott selbst wohnte im Tempel. Jeremia schreibt: „Unser Tempel ist der herrliche Thron Gottes, seit jeher hoch erhaben“ (Jeremia 17,12). Wenige Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung wurde der Tempel in Jerusalem zerstört und verlor seine Bedeutung. Doch durch den Sieg am Kreuz wird jeder, der mit Jesus wandelt, selbst zu einem Tempel, in dem Gottes Herrlichkeit, das Allerheiligste, ständig wohnt:

„Wisst ihr nicht, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist?“ (1. Korinther 6,19)


Hesekiel, ein Prophet im Alten Testament, sah in einer Vision den Tempel in Jerusalem: „Dort entdeckte ich, dass Wasser unter der Schwelle hervorquoll.“ Das Wasser floss Richtung Totes Meer und je weiter es vom Tempel wegfloss, desto tiefer wurde es. Hesekiel „sah, dass auf beiden Seiten des Flusses sehr viele Bäume standen. (…) Überall wohin der Fluss kommt, da schenkt er Leben. Ja, durch ihn wird das Wasser des Toten Meeres gesund, so dass es darin von Tieren wimmelt“ (Hesekiel 47,3-12). Dieses Wasser war so lebendig, dass Totes am Salzmeer lebendig wurde. Pflanzen, Bäume, Früchte und Fische waren dort. 

Diese Vision wird seit einigen Jahren wahr. Vom Tempel sind zwar nur noch die Stufen erhalten, auf denen wir jedes Jahr mit unserer Reisegruppe sitzen. Doch es fließt tatsächlich Frischwasser zum Toten Meer und hat dort in den letzten Jahren die größte Süßwasseroase in Israel gebildet. Isolde steht auf unserer Israel-Rundreise immer mit der Gruppe an einem See mit Fischen und Palmen und liest Hesekiel 47 vor. Salzwüste wird fruchtbar! Die alttestamentliche Vision erfüllt sich in unserer Zeit vor unseren Augen.

Das Allerheiligste

Seit der Auferstehung von Jesus ist dieses Leben spendende Wasser auch für uns ganz persönlich erlebbar. Wir sind der neutestamentliche Tempel, aus dem Wasser des Heiligen Geistes fließen möchte. Das kann jedoch nur geschehen, wenn wir uns dessen bewusst sind und es zulassen. Wenn wir Gottes Tempel mit seinem Thron sind, bedeutet das, dass er die Herrschaft in unserem Leben übernehmen darf. Jesus sagt: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17,21) – es besteht aus entschiedenen Christen, die ein Tempel des Heiligen Geistes sind. 

Gott wohnt in seinem Tempel – wir sind ein Volk seiner Gegenwart! Die Fähigkeit seine Gegenwart zu beherbergen, ist das Bedeutendste für unser Leben. Haben wir das begriffen? Leben wir bewusst als Tempel der Gegenwart des lebendigen Gottes? Allzu oft leben Menschen nur in einer Mischung aus Religion, Kirche und Traditionen. Doch durch Jesus ist das, was nur für Könige möglich war, für uns möglich geworden: Der Vorhang zum Allerheiligsten steht uns offen. Dort ist unsere Quelle. 

Stausee oder Kanal?

In Hesekiels Vision floss aus dem Tempel so viel Wasser, dass es unter der Schwelle herausquoll. Die Tür konnte es nicht mehr im Inneren halten konnte. Es fließt in die Wüste dieser Welt und macht Totes lebendig. Die Frage ist: Bist du ein Stausee oder ein Kanal? Hältst du das lebendige Wasser bei dir oder lässt du es zu anderen fließen und Leben schaffen?

Ich erlebe so viele Menschen, die sagen, sie seien von Gott enttäuscht. Beim Nachforschen merke ich aber immer wieder, dass sie nicht von Gott, sondern von der Kirche und den Menschen, die in die Kirche gehen, enttäuscht sind. Symbole und Kirchengebäude beeindrucken die Menschen unserer Zeit nicht mehr. Wenn durch uns Gottes Gegenwart nicht nach außen fließen kann, bemerkt die Welt um uns herum nichts.

Deshalb sollten wir uns folgende Fragen stellen:

  • Fließt das Leben spendende Wasser aus uns nach außen?
  • Haben wir noch die Sicht dafür, dass draußen Wüste ist und das lebendige Wasser sie zum Leben erwecken will?
  • Wünschen wir uns, dass Gottes Leben spendendes Wasser die Wüste begrünt und sogar Früchte hervorbringen kann?

Sei Träger seiner Gegenwart

Der Tempel, aus dem das Wasser quellen möchte, bist du. Da, wo du lebst. Jesus hat nie gesagt: „Macht gemütliche Gottesdienste.“ Sondern Jesus hat seine Jünger in die Welt gesandt und gesagt: „Ihnen sollt ihr diese Nachricht bringen: ‚Jetzt beginnt Gottes neue Welt!’ Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige gesund und treibt Dämonen aus!“ Matthäus 10,7-8. Die Kraft dafür liegt in dem Fluss aus dem Tempel. 

Menschen möchte kein frommes Gerede hören. Sie möchte sehen, dass unser Gott tut, wozu niemand sonst im Stande ist. Die Welt möchte in dir den Unterschied sehen, ohne dass du ein Wort sagst. Das Königreich ist nahe, wenn Zeichen und Wunder geschehen. Die Bibel verheißt das für unsere Zeit, in der wir leben. Wir haben es auf unserer UNTERWEGS-Nordtour und durch unsere TV-Sendungen erlebt. Ein Besucher sagte: „Ich kann mit dem Christentum nichts anfangen, aber das, was Gott bei euch tut, begeistert mich.“ Was wir Wunder nennen, ist im Himmel Normalität. 

Der Himmel ist in dir! Du bist ein Träger seiner Gegenwart. Was machst du daraus? Was veränderst du damit? Unterscheide dich von deinem Umfeld! Bringe als Träger Gottes Gegenwart sein Leben spendendes Wasser in irdische Umstände, damit Frucht in der Wüste wächst. Die Welt möchte Trägern seiner Gegenwart begegnen. Bist du einer davon? Wie im Himmel so auf Erden – lasst uns das erleben!

Daniel Müller, Leiter des Missionswerk Karlsruhe

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